2011: Gutes Jahr für die Schweizer Software-Industrie

29. August 2012, 15:54
image

Im zweiten Halbjahr 2011 konnten Schweizer Software-Hersteller ihren Umsatz um fast neun Prozent steigern - nach sieben Prozent in der ersten Jahreshälfte. Die Rendite ist aber gesunken. Fast die Hälfte aller Schweizer Software-Fabrikanten haben ein Euro-Problem.

Im zweiten Halbjahr 2011 konnten Schweizer Software-Hersteller ihren Umsatz um fast neun Prozent steigern - nach sieben Prozent in der ersten Jahreshälfte. Die Rendite ist aber gesunken. Fast die Hälfte aller Schweizer Software-Fabrikanten haben ein Euro-Problem.
2011 war - Eurokrise hin, Schuldenkrise her - ein gutes Jahr für die Schweizer Software-Industrie: Sie konnte den Umsatz im zweiten Halbjahr 2011 um immerhin 8,9 Prozent gegenüber 2010 steigern. Dies dokumentiert die neueste Ausgabe des 'Swiss Software Industry Index', der heute vom Berner Beratungshaus Sieber & Partners veröffentlicht worden ist.
Bereits im ersten Halbjahr legte der Absatz von "swiss made" Software um 7,1 Prozent zu. Vergleicht man das fast schon "chinesische" Wachstum mit der Gesamtwirtschaft, die 2011 (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) um nur etwa zwei Prozent gewachsen ist, so wird rasch ersichtlich, dass die Software-Branche rasch an Bedeutung gewinnt.
Allerdings scheint die Rentabilität der Hersteller unter Druck zu sein. Der EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) der an der Umfrage teilnehmenden Firmen stieg nur um 5,9 Prozent, ja die Umsatzrentabilität nahm im Vergleich zum ersten Halbjahr sogar massiv von acht auf vier Prozent ab. Letztere Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen, denn nur 20 der 112 teilnehmenden Herstellern machten eine Aussage zur Umsatzrendite.
Eurokurs für die Hälfte der Hersteller ein Problem
Schweizer Software-Hersteller produzieren fast ausschliesslich nur für Firmenkunden. Hergestellt wird vor allem (aber keineswegs ausschliesslich) betriebswirtschaftliche Software (ERP, Business Intelligence, Dokumentenmanagement, E-Commerce-Lösungen, CRM), die oft lokale Ausprägungen hat. Trotzdem hat der tiefe Eurokurs einen überraschend negativen Einfluss auf die Software-Industrie.
So sagt die Hälfte der Schweizer Software-Hersteller, der schwache Euro habe einen "sehr negativen" (neun Prozent) oder einen "eher negativen" Einfluss (siehe Grafik oben) auf den Erfolg ihres Unternehmens. In der Tat macht die Überbewertung des Schweizer Frankens den Export von Software - auch von individuell entwickelten Lösungen - wesentlich schwieriger und stärkt zudem die Konkurrenz durch Anbieter aus dem (nahen) Ausland. (Christoph Hugenschmidt)
Der Swiss Software Industry Index wird halbjährlich durch sieber & partners in Zusammenarbeit mit inside-it.ch erhoben und von Sisma, swiss made Software, Topsoft und der Genfer Alp ICT unterstützt. Die detaillierte Auswertung (39 Seiten, PDF) kann für 297 Franken (exkl. MWSt.) hier bezogen werden. Firmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, erhalten die Auswertung kostenlos.

Loading

Mehr zum Thema

image

Weshalb sich Cloud-Zahlen nur schwer vergleichen lassen

Weil die Hyperscaler ihre Umsätze unterschiedlich berechnen und ausweisen, ist ein direkter Vergleich der einzelnen Konkurrenten nur sehr schwer möglich.

publiziert am 21.9.2022
image

Ergon wächst weiter

Der Softwareentwickler konnte seinen Umsatz im 1. Halbjahr 2022 um 8% steigern.

publiziert am 21.9.2022
image

Atos-Aktionär ist nicht zufrieden mit dem Turnaround-Plan

"Zu ehrgeizig und zu kompliziert", seien die Pläne des IT-Dienstleisters, findet ein Minderheitsaktionär.

publiziert am 16.9.2022
image

Swissbit entwickelt jetzt auch SSDs für Rechenzentren

Der Schweizer Speicherhersteller spannt mit dem US-Unternehmen Burlywood zusammen und will in den RZ-Bereich vorstossen.

publiziert am 15.9.2022