30 Prozent der Banken wollen bis 2021 IT-Stellen abbauen

12. September 2016, 11:20
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In den kommenden fünf Jahren werden über 30 Prozent der Schweizer Banken IT-Stellen abbauen.

In den kommenden fünf Jahren werden über 30 Prozent der Schweizer Banken IT-Stellen abbauen. Dies geht aus der jüngsten, als repräsentativ bezeichneten Befragung des Arbeitgeberverbands der Banken (AGB) hervor. Nur knapp zehn Prozent der befragten Geldinstitute wollen in dieser Zeit in der IT neue Stellen schaffen. Von den 119 Banken der AGB-Mitgliederliste konnten die Antworten von 56 Banken ausgewertet werden.
Es zeigte sich, dass für die Suche nach IT-Spezialisten rund 20 Prozent der Banken weniger als drei Monate brauchen, 35 Prozent benötigen bis zu sechs Monate und rund zehn Prozent noch länger. Rund ein Drittel der Befragten habt sich nicht zu der Frage geäussert.
Mehr offene Stellen als Arbeitslose in der Bankenbranche
Insgesamt beschäftigen die Banken in der Schweiz derzeit rund 103'000 Mitarbeiter, von denen rund 20 Prozent aus dem Ausland kommen. Wie viele davon IT-Spezialisten sind, wurde zwar nicht genannt. Doch laut Studie wurde 2016 vor allem in den Bereichen Services (HR, Legal, Compliance), Informatik und ICT sowie Kundenberatung "bis zu einem Fünftel der neuen Mitarbeitenden ausserhalb der Landesgrenzen gefunden". Als wichtigster Grund dafür wird von 14 Prozent der Banken angeführt, "dass nicht genügend qualifizierte Fachkräfte in der Schweiz verfügbar sind". Wobei zwölf Prozent auch eine internationale Teamzusammensetzung wünschen oder zehn Prozent angeben, für die Jobprofile eine spezifische Nationalität zu benötigen. Immerhin vier Prozent der Banken suchen Mitarbeitende im Ausland, weil inländische Fachkräfte zu teuer sind.
Insgesamt, so der Verband, habe sich der Fachkräftemangel bei den Banken gegenüber dem Vorjahr "nochmals stark akzentuiert". Da es mehr offene Stellen als Arbeitslose in der Bankenbranche gebe, sucht der AGB neue Wege das Inländerpotential zu nutzen. Genannt wird etwa die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch die "Arbeitsmarktfähigkeit" der Mitarbeiter zu erhöhen. Dies wird als einer der Gründe dafür genannt, dass man gemeinsam mit dem Kaufmännischen Verband Schweiz einen Zertifikatskurs "Arbeitskompetenz 4.0" gestartet habe. Mit ihm sollen erstmals ab 2017 in 180 Lektionen insbesondere ältere Mitarbeiter adressiert werden, um ihnen unter anderem "digitale Arbeits- und Lernkompetenz" zu vermitteln. (vri)

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