3Com nimmt nochmal Enterprise-Kunden ins Visier

13. Mai 2009, 11:12
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Zwei neue Produkte, eine bekannte Strategie und ein neues Partnerprogramm. Swisscom ist bereits dabei.

Zwei neue Produkte, eine bekannte Strategie und ein neues Partnerprogramm. Swisscom ist bereits dabei.
3Com möchte ein weiteres Mal die Rechenzentren von Grossunternehmen mit High-end-Switches erobern – ein Markt, aus dem 3Com eigentlich schon zweimal ausgestiegen ist. Das erste Mal ganz offiziell im Jahr 2000. Mit der abrupten Streichung seiner "CoreBuilder"-Familie und der Empfehlung, doch auf Geräte von Extreme Networks zu migrieren, verärgerte 3Com damals viele Grosskunden.
Den zweiten Anlauf nahm 3Com nach der Gründung eines Joint Ventures mit dem chinesischen Herstellers Huawei im Jahr 2003. Der Erfolg ausserhalb von China hielt sich aber in engen Grenzen. Danach gab es keinen offiziellen Ausstieg mehr, aber die Verkaufsanstrengungen köchelten nur noch auf niedriger Flamme weiter – bis heute.
Argument Preis
Nun wittert 3Com in der Krise eine neue Chance, auch den Westen zu erobern. "Die Zeit ist reif für ein neues globales Angebot im Enterprise-Networking-Markt", so 3Coms Chief Operating Officer Ron Sege.
Die Basis der Offensive sind zwei neue Switching-Produkte von H3C, dem ehemaligen Joint Venture mit Huawei, und eine nicht ganz neue Strategie: 3Com verspricht, so COO Ron Sege, sich vom "Rest der Branche" durch ein "unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis" abzuheben. Bereits früher versuchte 3Com, die Konkurrenten an der Preisfront auszustechen. Im Zuge der Krise könnte dieses Argument nun auch bei Grosskonzernen aber mehr ziehen, als bei den früheren Anläufen.
Swisscom bereits dabei
Zur Begleitstrategie gehören aber auch auf offenen Standards basierende Produkte sowie ein "neues Niveau an Kundennähe". Letzteres soll unter anderem durch die autorisierten "H3C-Elite-Vertriebspartner", die Kundenbetreuung und Kundendienst verbessern sollen, erreicht werden.
Diese Partner sollen durch ein neu aufgesetztes Channelprogramm gewonnen werden. 3Com verpricht ihnen unter anderem technologisch fortschrittliche Produkte, die Kunden einen "nie dagewesenen" Mehrwert bringen, und last but not least höhere Vertriebsmargen. Einige Partner konnte 3Com bereits gewinnen, darunter in der Schweiz die Swisscom. "Mit der für Unternehmen entwickelten Produktpalette von H3C können wir nun die Probleme unserer Kunden innovativ lösen und flexible Plattformen für den problemlosen Einsatz zukünftiger Technologien liefern. Wir sind überzeugt, dass sich dies positiv auf unser Geschäft auswirkt", kommentiert Andreas Rutishauser, Head of Partner Management bei Swisscom.
Die Produkte
Bei den beiden neuen Enterprise-Switching-Plattformen handelt es sich um den Data-Center-Switch S12500 und die "Flex-Chassis"-Switchfamilie S5800. Letztere sind keine tatsächlichen Chassis-Switches, können aber zu "virtuellen Fabrics" mit bis zu 192 10GB- oder 640 Gigabit-Ethernet-Ports zusammengeschaltet werden, auch wenn sie physisch nicht am gleichen Ort stehen. Die einzelnen Switches gibt es in verschiedenen Konfigurationen mit 24 oder 48 Ports. Die Geräte sollen ab Juli weltweit erhältlich werden, in den USA bewegen sich die Listenpreise zwischen 6500 und 18'000 Dollar.
Die High-end-Plattform S12500 (Foto) soll gemäss 3Com im Juni für ab rund 60'000 Dollar erhältlich werden. Im Vollausbau kann sie bis zu 128 10GB- oder bis zu 864 Gigabit-Ethernet-Ports bieten und erreicht gemäss 3Com eine Switching-Leistung von bis zu 6,6 Terabit pro Sekunde. Die Architektur soll ausserdem auch für zukünftige Upgrades, zum Beispiel auf 40/100G-Ethernet oder für "FibreChannel over Ethernet"-Anwendungen gerüstet sein. (hjm)

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