3D-Notebooks: Brillenzwang verhindert Durchbruch

2. Februar 2011, 12:52
  • international
image

Viele Hersteller, darunter Acer, Asus, Dell, Samsung und Toshiba, haben schon sogenannte 3D-Notebooks mit aktiver LCD-Shutter- oder Polarisationsbrille im Programm.

Viele Hersteller, darunter Acer, Asus, Dell, Samsung und Toshiba, haben schon sogenannte 3D-Notebooks mit aktiver LCD-Shutter- oder Polarisationsbrille im Programm. Der Anteil solcher Geräte am Weltmarkt war 2010 aber mit unter einem Prozent marginal, was nicht nur an fehlenden Spielen und anderen Inhalten liegen könnte, sondern auch an der teils dürftigen Qualität und der relativ kleinen Bildfläche. Geht es nach den Roadmaps der Hersteller und Anbieter, wird der 3D-Anteil bei Notebooks auch 2011 nur auf zwei Prozent steigen, zitiert 'Digitimes' wie sooft nicht genannte Quellen aus Industriekreisen auf Taiwan. Begünstigt werden soll die Entwicklung durch eine erhöhte Nachfrage nach Videospielen und Software zum Abspielen von 3D-Filmen. Der taiwanesische Hersteller Cyberlink hat auf der CES eine Reihe von entsprechenden Einstiegslösungen mit PowerDVD vorgestellt, darunter auch eine autostereoskopische, die überhaupt keine Brille erfordert.
Während Samsung, Sony, Chimei Innolux (CMI) und Chunghwa Pictures Tubes (CPT) bei ihren 3D-Notebook-Panels auf die LCD-Shuttertechnik setzen, machen sich LG Display und AU Optronics (AUO) für die Polarisation stark. Polfilterbrillen gibt es schon für unter 20 CHF, die aktiven Shutterbrillen kosten meist um 100 CHF oder mehr. Abgesehen davon sind die Shutterbrillen auch viel klobiger und schwerer als die Pendants mit Polfilter, die zudem meist auch noch wesentlich schicker aussehen. Manche von ihnen könnten sogar als Designerstücke von Ray-Ban, Emporio Armani, Police & Co. durchgehen. Brille bleibt aber Brille, und das trägt nicht gerade zur Akzeptanz von 3D-Notebooks oder 3D-Fernsehern bei. Deshalb bleibt es das ultimative Ziel, ganz von der Brille loszukommen, womit sich 3D-Notebooks auch im Massenmarkt durchsetzen könnten, denken die Hersteller.
Das koreanische Marktforschungsinstitut DisplayBank hat in seinen Prognosen Anfang 2010 die Autostereoskopie auf die Liste der kommenden Display-Technologien der nächsten zehn Jahre gesetzt. LG und Toshiba haben bereits entsprechende Public Displays vorgesellt, Toshiba sogar einen solchen 3D-Fernseher. Die Qualität hat sich schon deutlich gebessert, lässt aber meist immer noch zu wünschen übrig, da der 3D-Effekt stark vom Abstand und vom Blickwinkel des Betrachters abhängt. Abgesehen davon treten bei künstlichen bewegten 3D-Bildern, ob mit oder ohne Brille, häufig schon nach kurzer Zeit Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Die Markt- und Industrieforscher von IHS iSuppli haben deshalb unlängst gewarnt, dass die Hersteller mit einer Fülle an unreifen Produkten das Vertrauen der Kunden verspielen könnten. (Klaus Hauptfleisch)

Loading

Mehr zum Thema

image

Auch zwei Wochen nach Cyberangriff bleiben Schweizer Sixt-Telefone unerreichbar

Der Autovermieter meldete Anfang Mai, er habe die Sache im Griff. Doch nach wie vor scheinen nicht alle Probleme behoben zu sein.

publiziert am 16.5.2022
image

Vor 25 Jahren: Computer besiegt Schachweltmeister

Der Sieg von Deep Blue über Garri Kasparow bewegte die Welt und machte die technische Überlegenheit von Computern für viele Menschen plötzlich sichtbar.

publiziert am 13.5.2022
image

Malware wird vermehrt über Suchmaschinen verbreitet

Cyberkriminelle platzieren laut einer Studie ihre Malware ganz oben bei Google und Bing. Phishing-Downloads sollen um mehr als das Vierfache zugenommen haben.

publiziert am 13.5.2022
image

EU und Japan beschliessen eine digitale Partnerschaft

Mit der Partnerschaft soll die Zusammenarbeit in einem "breiten Spektrum digitaler Fragen" vorangetrieben und das Wirtschaftswachstum gefördert werden

publiziert am 12.5.2022