3D-Scanner zum Schlucken

14. Januar 2013, 09:00
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    Scanner in Tablettenform ermöglicht detaillierte Ansichten der Speiseröhre.

    Scanner in Tablettenform ermöglicht detaillierte Ansichten der Speiseröhre.
    Das Wellman Center for Photomedicine hat ein tablettengrosses Gerät entwickelt, das mikroskopische Bilder vom Inneren der Speiseröhre liefert. Damit lassen sich Patienten mit Barrett-Ösophagus, einer Erkrankung, die zu Krebs führen kann, besser untersuchen. Anders als bestehende Verfahren kann das Gerät bei vollem Bewusstsein des Patienten eingesetzt werden. Der Vorgang selbst dauert nur wenige Minuten. Laut einem Nature-Medicine-Bericht werden bereits erste Tests bei Patienten durchgeführt.
    Angenehmer für Patienten
    Wegen des kleinen Formats des Scanners ergibt sich eine breite Palette an Einsatzbereichen. Besonders viele Vorteile verspricht man sich besonders bei Untersuchungen auf Barrett-Ösophagus. Bei dieser Erkrankung wissen viele der Patienten nicht, dass sie betroffen sind. Zudem war eine Untersuchung bislang äusserst aufwendig.
    Bei dieser Krankheit verändern sich die Zellen im unteren Bereich der Speiseröhre durch chronisches Sodbrennen. Damit besteht ein höheres Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Bisher wurden Untersuchungen meist mittels eines Endoskops durchgeführt. Ein Verfahren, das für die Patienten eher unangenehm ist und darüber hinaus normalerweise eine Sedierung erforderlich ist.
    Bilder detaillierter als bei Endoskop
    Das neue Gerät ist in einer Kapsel eingeschlossen, die ungefähr die Grösse einer Vitamintablette hat und an einem dünnen Draht befestigt ist. Im Inneren der Kapsel befindet sich eine schnell rotierende Laserspitze, die infrarotes Licht abgibt, das dann vom Inneren der Speiseröhre reflektiert wird. Die Ärzte sehen auf dem Bildschirm eine 3D-Landschaft, die viel detaillierter ist als bei Untersuchungen mit dem Endoskop.
    Nach Schlucken des Geräts wird dieses auf die gleiche Art und Weise durch die Speiseröhre transportiert wie normale Nahrungsmittel. Ist der Magen erreicht, kann es mit Hilfe des Drahtes wieder herausgezogen werden. Bilder werden während der ganzen Zeit aufgenommen, in der sich das Gerät durch die Speiseröhre bewegt. Die ganze Untersuchung ist innerhalb von wenigen Minuten abgeschlossen.
    Tests mit sechs Barrett-Ösophagus-Patienten und sieben gesunden Freiwilligen haben ergeben, dass die Bilder die für diese Krankheit charakteristischen Veränderungen der Zellen deutlich sichtbar machen. Laut dem Entwickler Gary Tearney ist die neue Technologie billiger als eine Endoskopie, macht eine Sedierung, Spezialgeräte und eine Spezialausbildung überflüssig. (pte)
    (Foto: massgeneral.org)

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