40 Mbit/s über Kupfer – bei Colt

20. Juli 2007 um 13:04
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Colt bietet schon in wenigen Monaten Bandbreiten von bis zu 40 Mbit/s an. Die Öffnung der letzten Meile macht's möglich. Über Preise will Colt nicht streiten.

Colt bietet schon in wenigen Monaten Bandbreiten von bis zu 40 Mbit/s an. Die Öffnung der letzten Meile macht's möglich. Über Preise will Colt nicht streiten.
Die Schweizer Niederlassung des britischen Carriers Colt Telecom wird schon bald seine Bandbreiten erhöhen. Das Unternehmen bediente seine Geschäftskunden bisher mit einer maximalen Bandbreite von 8 Megabit pro Sekunde. Spätestens ab 2008 wird Colt symmetrische Bandbreiten von bis zu 40 Mbit/s über Kupferkabel anbieten können. Möglich wird dies durch die Nutzung der sogenannten letzten Meile der Swisscom, die am 1. April für alternative Telecom-Anbieter geöffnet wurde. Darunter versteht man den Zugang von alternativen Telecom-Anbietern zu den Telefonzentralen und Kupferkabeln der Swisscom.
Bei einigen Kunden dürfte es bereits im September so weit sein, sagt Unternehmenssprecher Luzius von Salis. Die neue Technologie soll in den grossen Zentren sukzessive eingeführt werden. Zum Zug kommt der neue DSL-Standard "G.SHDSL.bis", eine Weiterentwicklung der symmetrischen Zugangstechnik SDSL. SHDSL.bis erlaubt Datenraten von 5,7 Mbit/s pro Kupferaderpaar. Ein symmetrischer DSL-Zugang eignet sich vor allem für Anwendungen wie Software on Demand, Managed Storage oder VoIP.
Colt hat den Vertrag mit Swisscom in der ersten Juliwoche nach dreimonatigen Verhandlungen unterschrieben. Dabei scheint man sich nicht viele Gedanken um den Preis von Swisscom gemacht zu haben, der laut anderen Providern zu hoch ist. "Jahrelange gerichtliche Streitereien sollten nicht im Vordergrund stehen", sagte Managing Director Hans Jörg Denzler. Preise für zukünftige Services gab Colt allerdings noch nicht bekannt.
Andererseits ist es so, dass Colt keine Privatkunden im Visier hat und deshalb weniger knapp kalkulieren muss als andere Provider. Für den Aufbau der Infrastruktur auf der letzten Meile wird Colt Investition "in Millionenhöhe" tätigen. Ziel ist es, Unternehmen, die nur über Kupferkabel ans Netz angebunden sind, bessere Services anbieten zu können. Im Fokus stehen vor allem KMU.
Colt ist vor allem in der Finanzindustrie tätig. Beispielsweise nutzt die Privatbank Julius Bär die Telecom-Dienste von Colt. (Maurizio Minetti)

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