5 Erkenntnisse von Schweizer E-Commerce-Händlern

23. September 2020, 12:04
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Die 12. Ausgabe des "Commerce Report Schweiz" der FHNW zeigt, wie wichtige Schweizer Unternehmen denken, planen und handeln.

Der neue "Commerce Report Schweiz 2020" gibt einen Einblick in das Denken, das Handeln und die Pläne unterschiedlicher Anbieter: Kleine und Grosse, Alteingesessene und Startups, Online-Spezialisten und Multichannel-Anbieter.
Bei allen leistet "vernetzte IT einen relevanten Beitrag zum Zustandekommen einer Transaktion", so die Autoren der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).
Und viele haben eine Chance, sich neu durchzusetzen, denn im Schweizer E-Commerce-Markt gibt es im Unterschied zu anderen Ländern keine Monopole oder Oligopole.
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"The New Normal" im Schweizer Commerce (Grafik FHNW)

5 firmenübergreifende Erkenntnisse:

  1. Corona hat den Online-Handel nicht nur vorübergehend beflügelt, sondern der Kanal wird weiterhin an Bedeutung gewinnen. "Trotz der teilweise schlechten Performance der Anbieter in dieser Zeit gehen die Studienteilnehmer davon aus, dass die Krise bei Konsumenten einen Kompetenz- und Vertrauensschub für die Nutzung des Onlinehandels bewirkt hat."
  2. Erfolgsentscheidend ist in der Phase, in welcher Kunden Offline- und Online-Kanäle nutzen und die Anbieter diese verschmelzen, dass ein Händler eine "Top-of-Mind-Stellung" erreicht: Sei es durch ein besonderes Vertrauensverhältnis, ein beziehungsorientiertes Businessmodell (Abos, Loyalty-Programme…), datenbasierte Services oder herausragende Lieferbedingungen.
  3. Grundsätzlich ist das "Matching" zwischen einem Händler-Angebot und einem (potentiellen) Kunden die zentrale Frage: Wie schafft es ein Händler, "die wirklich passende Leistung zur richtigen Zeit am richtigen Ort" zu erbringen?
  4. Zielführende Daten-Nutzung aber auch, dem Misstrauen von Kunden gegenüber Datensammlungen zu begegnen, werden Schlüsselelemente.
  5. Ein besonders grosses Potenzial haben Geschäftsmodelle, die nicht auf einen Spontankauf oder Rabatte, sondern auf beständige Beziehungen ausgerichtet sind. Ein Paradebeispiel dafür sei Spotify mit dem Freemium- und dem Paid-Abonnement-Modell, dem riesigen Song-Angebot, der optimalen Nutzung auf mobilen Geräten und der Datensammlung bei Gratis-Nutzern sowie der bequemen Abo-Verlängerung.

Zur Studie

Das Institut für Wirtschaftsinformatik der FHNW hat zum 12. Mal in einer qualitativen Studie 35 "marktprägende" Händler interviewt. Der "Commerce Report 2020" umfasst 70 Seiten und beleuchtet auch Aspekte wie Erwartungen zu verschiedenen Onlinekanälen, C2C-Onlinemarktplätze, besonderen Möglichkeiten im Mobile-Bereich oder wie sich die Studien-Teilnehmer behaupten wollen. Sie kann gegen Adressangabe kostenlos bezogen werden via "Datatrans".

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