50 Millionen Dollar in "Ether"-Währung abhanden gekommen

20. Juni 2016, 12:02
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Verwirrspiel um Investitionsfonds "The DAO".

Verwirrspiel um Investitionsfonds "The DAO".
Angreifer haben sogenannte "Ethers" im Wert von mehr als 50 Millionen Dollar erbeutet - vielleicht. Das Angriffsziel war der experimentelle Investitionsfonds "The DAO". Das virtuelle Geld ist allerdings zwar bei The DAO abhanden gekommen, die Angreifer haben es aber auch noch nicht. Ob sie je daran kommen, ist äusserst fraglich.
Ether ist eine auf einer Blockchain basierende Kryprotowährung, ähnlich wie Bitcoin. Eine der Haupteigenschaften der Ether-Währung ist, dass Transaktionen über "Smart Contracts" abgewickelt werden. Obwohl der Angriff The DAO galt, und nicht der Währung an sich, fiel deren Kurs danach dramatisch.
Eine DAO (Decentralized Autonomous Organisation) ist eine Möglichkeit, basierend auf Ether einen dezentralisierten, demokratisch organisierten Fonds zur Verarbeitung geschickt werden. Diese Smart Contracts sind aber zuerst nur Vorschläge, die DAO-User stimmen darüber ab, ob sie ausgeführt werden.
"Geklaute" Ether noch eingefroren
Der Angreifer - oder zumindest jemand, der sich als der Angreifer ausgibt - behauptet in einem auf Pastebin veröffentlichten Statement, dass er gar keinen Cyberangriff durchgeführt habe, sondern lediglich ein im DAO-Code ausdrücklich vorgesehenes Feature ausgenützt habe. Dies sei komplett legal.
Ob Cyberangriff oder nicht, auf jedem Fall ist es dem oder den Angreifern gelungen, rund 3,6 Millionen Ether auf ein sogenanntes "Child DAO" abzuzweigen. Dieses ist den üblichen DAO-Regeln entsprechend 27 Tage lang gesperrt, bevor das Geld abgezogen werden könnte.
Abstimmung über Soft-Fork
Mitglieder von The DAO haben einen "Software Fork" vorgeschlagen, eine Änderung des DAO-Codes, um das Geld auf dem Child-DAO über diese Zeitspanne hinaus einzufrieren, ohne dass andere seit dem Angriff getätigte Transaktionen rückgängig gemacht werden. Die Community stimmt gegenwärtig über diesen Vorschlag ab.
Jemand, der sich als Mittelmann der Angreifer ausgab, erklärte gegenüber 'Cryptocoinsnews'. (hjm)

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