5G? Wi-Fi6? Was setzt sich durch?

8. Februar 2021, 15:55
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Naht das Ende von Wi-Fi wegen 5G? Ein Experte des Halbleiter-Herstellers NXP prognostiziert die Zukunft.

Ganz neu ist die Aussage nicht: Jedes Mal, wenn ein neuer Mobilfunkstandard angekündigt wird, prophezeien manche das "Ende von Wi-Fi". Bei 5G ist dies nicht anders als bei 4G oder 3G.
Angesichts des Hypes der Telcos um 5G – die Zukunft von Firmennetzwerken, IoT, Smart Irgendwas ist 5G! – stellt sich für Anwender wie Anbieter die Frage: welche Rolle wird Wi-Fi spielen, wenn 5G kommt? Und wie könnten die Technologien zusammenarbeiten?
Denn nicht nur die 5G-Fraktion, auch die Wi-Fi-Anbieter schrauben die Bandbreite nach oben, Stichwort "6G". An der virtuellen CES stellte NXP Semiconductor sein erstes Wi-Fi 6E Tri-Band System-on-a -Chip (SoC) zur Unterstützung des 6GHz-Bandes vor, welches das für Wi-Fi verfügbare Spektrum um bis zu 1,2GHz erweitere.
Die Firma sieht sich im Smart Home-Markt und im Smart City-Markt als Player und gleichzeitig ist NXP ein bedeutender Anbieter von Automotive-Chips mit rund 21% Marktanteil, laut 'Elektroniknet.de'. Das Unternehmen beschäftigt sich also mit der Technologie für autonome Autos ebenso wie mit deren Herstellung.
NXP spricht dabei in Präsentationen fast immer von WiFI6 sowie 5G. Warum glaubt NXP, dass sich Wi-FI 6 durchsetzen wird? Warum wird 5G nicht alles dominieren?
Larry Olivas, Head of Marketing Connectivity Business von NXP, erklärt auf Anfrage: "NXP glaubt, dass Wi-Fi6 und 5G komplementäre Technologien sind, die in allen Märkten zusammenarbeiten (oder koexistieren) werden, um das Nutzererlebnis zu verbessern und neue und innovative Anwendungen zu ermöglichen. Es wird zum Beispiel erwartet, dass ein signifikanter Prozentsatz des 5G-Verkehrs auf Wi-Fi-Netzwerke verlagert werden wird. Wir glauben auch, dass Wi-Fi als bevorzugte Konnektivitätstechnologie in der Unterhaltungselektronik, im IoT und in der Automobilbranche in Fahrzeugen an Bedeutung gewinnen wird."
Warum kommen Sie zu dieser Aussage? "Weil Wi-Fi kostenlos ist und im freien Spektrum arbeitet, einschliesslich des neu genehmigten 6-GHz-Bandes, das den bestehenden 2,4- und 5-GHz-Bändern bis zu 1,2 GHz an 'sauberem' Spektrum hinzufügt."

Investitionen refinanzierenHier kommen nun die Service-Provider und das Geld ins Spiel, wie Olivas bestätigt: "Im Unterschied zu Wi-Fi wird erwartet, dass 5G-Dienste grösstenteils abonnementbasiert sein werden, wobei die Service-Provider mit ihren milliardenschweren Investitionen in den Erwerb von Frequenzen diese gerne monetarisieren möchten. Darüber hinaus sind die Kosten und die Komplexität für die Ausrüstung von Geräten mit Wi-Fi – auch bei einfachsten IoT-Geräten – weit niedriger als bei der Ausrüstung mit 5G. Neuere Geräte müssen zudem auch mit den Milliarden von Wi-Fi-fähigen Geräten in Privathaushalten, Büros, Geschäften undsoweiter koexistieren, und es macht sehr viel Sinn, sie in einem einzigen Netzwerk zu halten.

Es gebe weitere etablierte strukturelle Vorteile von Wi-Fi, so der NXP-Mann: "Zusätzlich verfügen die neuen Standards Wi-Fi6/6E über Multi-Gig-Datenraten, Multi-User-Unterstützung für niedrige Latenzzeiten und erweiterte Unterstützung für den Low-Power-Modus, wodurch Wi-Fi 6/6E für die meisten Anwendungen gleichwertig oder sogar besser als 5G ist."
Fazit der Firma bezüglich ihrer Strategie: "Angesichts dieser strukturellen und technologischen Vorteile ist NXP der Ansicht, dass Wi-Fi 6/6E sich als sehr erfolgreiche Technologie erweisen wird, in Koexistenz zu den zunehmenden 5G-Anwendungen in Mobiltelefonen."
Hat die Firma recht, so wartet ein "kollaboratives Netzwerk" auf die Welt, das sicherstellt, dass alle Geräte jederzeit über eine viel schnellere, latenzarme und zuverlässige digitale Verbindung verbunden werden können.

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