Aargauer Software für Schuladministration sorgt für Ärger

19. Januar 2017, 16:10
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Wegen Informatik-Problemen mit dem neuen System Administration Lehrpersonen Schule Aargau (Alsa) warten im Kanton Aargau einige Lehrpersonen auf ihren Dezemberlohn.

Wegen Informatik-Problemen mit dem neuen System Administration Lehrpersonen Schule Aargau (Alsa) warten im Kanton Aargau einige Lehrpersonen auf ihren Dezemberlohn. Das neue System läuft noch nicht rund. Mutationen müssen deshalb manuell ausgeführt werden.
Für die Lösung war 2013 vom Grossen Rat Aargau ein Kredit in Höhe von 2,64 Millionen Franken bewilligt worden. Man erhoffte sich unter anderem Arbeitseinsparungen und eine Absenkung der Kosten. Dies sollte die Betriebskosten von knapp 200'000 Franken im Jahr erweitert werden. Auf Anfrage von inside-it.ch erklärte das Aargauer Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS), dass auch die Betriebskosten höher seien, als ursprünglich veranschlagt. Neu betrügen sie etwas über 300'000 Franken jährlich.
Die Komplexität des Systems sei "zu Beginn unterschätzt" worden, schrieb der Regierungsrat 2015 in einer Botschaft an den Grossen Rat. Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) sagte in der Debatte laut Parlamentsprotokoll: "Jawohl, es ist unschön, ärgerlich, bemühend, und ich trage dafür die Verantwortung!"
Probleme
Die aktuellen technischen Probleme bei Alsa sind gemäss BKS beim Jahreswechsel aufgetreten. Vor allem Lehrpersonen, die Vertretungen machten, erhielten den Dezemberlohn bislang nicht oder nur teilweise. Eine Lehrperson fand sogar eine Rechnung des BKS statt die Lohnabrechnung im Briefkasten. "Das Problem ist erkannt", sagte eine Mediensprecherin des kantonalen Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) am Donnerstag auf Anfrage.
Ein Hauptproblem sei an den Schnittstellen von ALSA zum Personalmanagementsystem, hiess es. Notwendig seien mehrere zeitintensive und voneinander abhängige Programmkorrekturen.
Mehraufwand
Laut 'Aargauer Zeitung', bedeutet die Admin-Lösung bisher sowohl für die Schulverwaltung als auch für die Schulen vor Ort einen Mehraufwand. Der konkrete Nutzen für die Schulen sei vorderhand kaum ersichtlich, sagte Yvonne Zihrer, die Präsidentin des Verbandes Schulleitungen Aargau/Solothurn, zur Zeitung. Für Regierung und Politik sei die Lösung aber ein praktisches Führungs- und Kontrollinstrument, das auf Knopfdruck präzise Aussagen über die Personalkosten machen könne.
Auf Anfrage bestätigten zwei Aargauer Schulleitungen, dass das System Mehraufwand verursacht, der von den aktuellen Problemen unabhängig anfalle. Ob der zusätzliche Aufwand nur in der Einführungsphase betrieben werden müsse oder aber längerfristig bestehen bleibe, konnten die Angefragten nicht abschätzen. Das BKS schreibt in einer E-Mail, dass sich nach der Umstellung und Einarbeitung der Aufwand für die Schulen wieder verringern werde.
Grosses Verwaltungsvolumen
Das neue Administrationssystem verwaltet Anstellungen und Pensen von mehr als 11'000 Lehrpersonen. Auf der Basis dieser Daten werden Löhne im Umfang von monatlich 80 Millionen Franken ausbezahlt. Das entspricht knapp 20 Prozent der vom Kanton entrichteten Löhne. (Thomas Schwendener / sda)

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