Aargauische KB löst Vertrag mit T-Systems auf

11. Mai 2009, 15:26
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Zu teuer? Die Aargauische Kantonalbank und T-Systems haben den soeben unterzeichneten Vertrag für den Rechenzentrums-Betrieb von Avaloq aufgelöst. Aus "geschäftspolitischen Erwägungen" wechselt die Bank nun auf eine "Single Provider"-Strategie – das heisst auf Swisscom. Auch die Bank Linth wird sich von T-Systems lösen.

Zu teuer? Die Aargauische Kantonalbank und T-Systems haben den soeben unterzeichneten Vertrag für den Rechenzentrums-Betrieb von Avaloq aufgelöst. Aus "geschäftspolitischen Erwägungen" wechselt die Bank nun auf eine "Single Provider"-Strategie – das heisst auf Swisscom. Auch die Bank Linth wird sich von T-Systems lösen.
Die Aargauische Kantonalbank (AKB) wird die Kernbankenlösung Avaloq nicht von T-Systems sondern von Swisscom IT Services (SCIS) betreiben lassen. AKB-Sprecherin Ursula Diebold bestätigte gegenüber inside-it.ch, dass der erst kürzlich unterzeichnete Vertrag mit T-Systems vor ungefähr zwei Wochen aufgelöst wurde. Diebold hatte zunächst am vergangenen 6. März bestätigt, dass sich die AKB für die SCIS-Tochter Comit als Implementationspartnerin und für den Outsourcer T-Systems als Betreiber der neuen Plattform entschieden habe. Zwei Wochen später erhielt inside-it.ch eine anonyme E-Mail mit dem Inhalt: "Nur 14 Tage nach Ihrer letzten News zu AKB und Avaloq hat sich das Blatt gewendet: T-Systems ist draussen. Swisscom übernimmt auch die RZ-Infrastruktur. Das Konstrukt mit zwei Anbietern war zu komplex und zu teuer."
Der Wechsel von T-Systems zu SCIS wurde aber erst jetzt bestätigt. In einem Statement der AKB heisst es: "Die AKB und T-Systems haben die Verhandlungen für den RZ-Betrieb für Avaloq und die entsprechenden Umsysteme gestoppt und den Projektvertrag einvernehmlich aufgelöst." Die AKB habe sich ursprünglich für eine "Dual Provider"-Strategie entschieden, "aus geschäftspolitischen Erwägungen wechselt die Bank nun auf eine 'Single Provider'-Strategie, da kein vergleichbares Avaloq-Providermodell im Markt etabliert werden konnte und somit die Community für den Erfahrungsaustausch fehlt", heisst es im AKB-Statement. Des Weiteren verfüge die AKB über kein eigenes Providermanagement zur Steuerung eines solchen Modells. Die Bank attestiert T-Systems trotz der Vertragsauflösung "eine hohe Professionalität im Rahmen der bisherigen Zusammenarbeit, während der sämtliche Leistungen vertragsgemäss und in hoher Qualität erbracht wurden."
T-Systems: Fast kein Avaloq-Betrieb mehr
Ob die AKB für diese unvermittelte Kehrtwende Lehrgeld zahlen muss, ist nicht bekannt. Weder die Bank noch T-Systems wollten dazu Stellung nehmen. Bekannt ist nur, dass die AKB insgesamt um die 60 Millionen Franken in die Migration auf Avaloq investiert. Das Budget habe sich nach der Vertragsauflösung mit T-Systems nicht verändert, sagt Diebold. T-Systems-Sprecherin Senta Kleger betont gegenüber inside-it.ch, dass der Geschäftsbereich Banking für T-Systems strategisch sei und bleibe.
Die AKB wäre ein wichtiger Gewinn für T-Systems gewesen, denn zurzeit betreibt der Outsourcer nur für die BZ Bank, die ganze Gruppe auf Avaloq zu migrieren. Das bedeutet auch, dass die LLB-Gruppe den Avaloq-Betrieb selber übernehmen wird. Bank-Linth-Sprecher Robert Hangartner bestätigt gegenüber inside-it.ch, dass die Bank Linth per Anfang 2010 auf einen neuen Avaloq-Release migrieren und sich gleichzeitig von T-Systems trennen wird. (Maurizio Minetti)

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