Abacus bringt eine eigene Prozess-Engine

6. September 2013, 07:47
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Der St. Galler Businesssoftware-Hersteller Abacus integriert demnächst eine eigene Prozess-Engine in seine ERP-Lösung. Ausserdem soll das Geschäft mit Cloud-Software ausgebaut werden. Auch an der Mobile-Front gibts Neuerungen.

Der St. Galler Businesssoftware-Hersteller Abacus integriert demnächst eine eigene Prozess-Engine in seine ERP-Lösung. Ausserdem soll das Geschäft mit Cloud-Software ausgebaut werden. Auch an der Mobile-Front gibts Neuerungen.
Still und leise hat Abacus in den vergangenen Monaten an der Entwicklung einer eigenen Prozess-Engine gearbeitet. Daniel Senn (Foto), Mitglied der Geschäftsleitung von Abacus Research, erklärt im Gespräch mit inside-it.ch, wie man bei Abacus auf die Idee kam, den bestehenden Abacus Workflow Designer weiter zu entwickeln: "Der Tablet-Boom sorgt dafür, dass Daten nicht mehr nur zwischen Server und Client sondern auch zwischen Tablet und Server oder Tablet und Client ausgetauscht werden. Dadurch verändern sich auch die Geschäftsprozesse."
Angriff auf BPM-Anbieter
Die neue Prozess-Engine befindet sich noch bis Ende Oktober in der Beta-Phase, ab der Version 2014 von Abacus dürfte sie integriert sein, so Senn. Damit geraten klassische Anbieter von Software für Business Process Management (BPM) unter Druck. "Klassische BPM-Anbieter gehen nicht so weit wie wir", behauptet Senn. Die Prozess-Engine sei so konzipiert, dass auch geschulte Endanwender Workflows einfach und selbständig umsetzen könnten. Man habe 2012 mit der kompletten Neuentwicklung des Workflows begonnen und "die besten Leute darauf angesetzt".
Daniel Senn äussert sich auch erstmals zum Aufwand, den Abacus hatte, um alle Module auf Java umzuschreiben. Die Migration begann 2007 und konnte dieses Jahr abgeschlossen werden. "500 Mannjahre haben wir investiert", sagt Senn. Anfänglich sei man davon ausgegangen, dass die Migration rund 300 Mannjahre benötigen und 2011 abgeschlossen sein würde. "Wir haben nun aber auch viele Wünsche unserer Kunden integriert, deshalb dauerte es etwas länger."
SaaS-Testlauf in Deutschland
Derweil möchte Abacus auch das Cloud-Angebot weiter ausbauen. Abacus zählt zurzeit 5300 Kunden, 8100 Abos und 330 Betreiber für die webbasierte Software AbaWeb. AbaWeb wird von Treuhändern wie BDO in ihren Rechenzentren betrieben. In Deutschland läuft nun aber ab Herbst eine Art SaaS-Probelauf, während dem Abacus die Software selber betreibt und direkt den Kunden "als Service" vermietet. Im Fokus stehen kleine Kunden wie Architekturbüros. Diese Software wird zurzeit noch in der Schweiz von Abacus betrieben, künftig soll sie in einem Rechenzentrum in Deutschland laufen. In Deutschland setze man bei diesen kleineren Kunden nicht auf Vertriebspartner, so Senn.
Anders in der Schweiz. Hier verfügt Abacus über eine grosse Partnerlandschaft und ein Direktvertrieb sei höchstens in der Romandie denkbar, sagt Senn. Mit der Tochtergesellschaft Arco arbeite man zurzeit daran, im Baunebengewerbe etwas ähnliches wie in Deutschland aufzubauen. "In der Schweiz braucht es aber mehr Integrations-Dienstleistungen", so Senn. Partner sollen etwa bei der Integration von SaaS-Software für Heime oder Reinigungsfirmen zum Zug kommen.
Serviceaufträge und Projektrapportierungen per iPad
Neben der neuen Prozess-Engine und dem Engagement im Cloud-Business hat Abacus seit einer Zeit einen dritten Fokus: Mobile. Seit diesem Jahr bietet Abacus über die iPad-App AbaSmart die Möglichkeit an, Serviceaufträge und Projektrapportierungen zu erfassen. Demnächst soll es auch möglich sein, Tagesrapporte auszufüllen.
Derzeit sei nicht geplant, die App auch für andere mobile Plattformen wie etwa Android oder Windows Phone anzubieten, sagt Senn. HTML5 hingegen sei eine Option, jedoch biete eine native App zurzeit mehr Möglichkeiten. (Maurizio Minetti)
(Interessenbindung: Abacus ist als Gold Sponsor ein wichtiger Werbekunde unseres Verlags.)

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