Abacus katapultiert sich in die Moderne

28. Januar 2010, 15:20
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Völlig neu entwickelte, dritte Generation der weit verbreiteten Abacus-Lösungen für Treuhänder und KMUs ist SaaS-fähig. Abacus propagiert "Demokratisierung der Cloud".

Völlig neu entwickelte, dritte Generation der weit verbreiteten Abacus-Lösungen für Treuhänder und KMUs ist SaaS-fähig. Abacus propagiert "Demokratisierung der Cloud".
Der Softwarehersteller Abacus stellte heute morgen in Zürich die neu (in Java und als Rich Internet Application) entwickelte Version 'Abacus vi' der Presse vor. Die gleichen Versionen der Software-Pakete können sowohl von einem Abacus-Partner im Mietmodell "als Service" angeboten wie auch vor Ort als klassische Lösung installiert werden.
Total über 300 Mannjahre an Entwicklung, Programmierung und Testing wurden für den Bau von 'Abacus vi' investiert, wie Abacus-Sprecher Thomas Köberl heute morgen erklärte. Wichtig ist, dass Abacus die bestehenden Lösungen bis auf die Datenbankstruktur hinab "nachgebaut" hat, so dass für die vielen tausend Kunden die Migration auf die neuen Versionen verhältnismässig schmerzlos möglich sein solte. Gemäss Abacus-Entwicklungsleiter Daniel Senn ist der allergrösste Teil der Software neu geschrieben und durchgetestet. "Wir können die bestehenden Funktionalitäten von 99 Prozent der Kunden abdecken," sagte Senn.
Abacus hat also nicht nur seine Kernlösungen (Fibu, HR, Debi, Kredi) sondern auch alle anderen Produktlinien wie etwa das PPS (Produktionssteuerung), Projektmanagement (ERP für Dientleister) oder die E-Business-Module (Anbindung an Paynet etc.) sowie Adressmanagement neu entwickelt.
Die grosse Ausnahme gilt für Kunden, die die Auftragsbearbeitung von Abacus (ABEA) mit eigenen Scripts ergänzt oder angepasst haben. Diese Scripts müssten bei einer Migration auf Abacus neu mit JavaScript geschrieben werden. Deshalb wird Abacus die Auftragsbearbeitung auch in den nächsten Jahren in der alten Version unterstützen und ausliefern.
Automatisierung, Sicherheit, ...
'Abacus vi' geht wesentlich weiter, als man es sich sonst von "als Service" über Internet mietbaren, SaaS-Lösungen her kennt. So kann man am Arbeitsplatz Belege scannen, ins System hochladen und mit Transaktionen respektive Buchungen verknüpfen, wie man es von den alten Abacus-Versionen her kennt. In 'Abacus vi' ist ein Messaging-System eingebaut, das man für die automatische (oder manuelle) Auslösung von Prozessen benützen kann.
Zudem arbeitet Abacus mit den digitalen Zertifikaten der Post. Man kann den "Ultralight Client", der übrigens von der Basler Canoo stammt, auch auf dem USB-Stick der Post installieren und die Business-Lösung damit auch von einem fremden PC aus bedienen, ohne dass man dort irgendetwas installieren oder Sicherheitsbedenken haben müsste.
Raffiniert scheint uns die ins System eingebauten Benachrichtigungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Mitarbeitenden, die im gleichen System arbeiten. So können Treuhänder und Kunde ohne Medienbruch miteinander kommunizieren.
"Demokratisierung der Cloud"
Während andere SaaS-Anbieter wie Salesforce, Microsoft, Google oder künftig auch SAP darauf beharren, die Anwendungen in eigenen Rechenzentren, respektive Computer-"Clouds" zu betreiben und damit natürlich auch in den Besitz der Kundendaten gelangen, wollen die St. Galler genau dies nicht tun. 'Abacus vi' wird es auch in der SaaS-Version nur von Partnern geben.
Wie die Abacus-Leute heute betonten, soll es für Kunden ausgesprochen leicht sein, den Anbieter bei Unzufriedenheit zu wechseln oder zu einer eigenen Vor-Ort-Version zu wechseln. "Alle wollen die Cloud kontrollieren. Wir sagen njet dazu, denn wir sind froh, wenn es mehre Clouds gibt. Wir sind für die Demokratisierung des Cloud-Computings".
Die Preise
'Abacus vi' wird am 1. März 2010 lanciert. Die Preise, wie sie Abacus heute vorstellte, scheinen recht verlockend. So kostet eine ausgebaute Lohnbuchhaltung (Lohnabrechnungen, Lohnausweis, Personalstamm, Übertrag in Fibu, Auszahlungen etc.) für bis zu 20 Mitarbeitende und für einen Arbeitsplatz 140 Franken pro Monat.
Für 90 Franken pro Monat und Arbeitsplatz gibt es eine Fibu samt MWSt-Abrechnung, Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung, Electronic Banking und Fakturierung für Kleinfirmen (bis zu 2500 Buchungen pro Jahr).
Bereits 857 SaaS-Kunden für AbaWebTreuhand
Natürlich muss man nicht damit rechnen, dass nun gleich tausende von KMU, die eines der vielen anderen Software-Pakete (z.B. Sesam oder WinWare) einsetzen, zu Abacus überlaufen werden. Doch der Erfolg von AbaWebTreuhand, dem Abacus-Teilpaket, das es seit über zwei Jahren als SaaS-Version gibt, zeigt das Potential. Heute bieten gemäss Abacus 89 Treuhänder die Software samt Datenhaltung und Security an und es wurden bis heute 857 Kunden dafür gewonnen.
Vor allem für neu gegründete, kleinere Firmen dürfte 'Abacus vi' als "Online-Service" eine sehr attraktive Beschaffungs-Variante darstellen, da sehr geringe Vorabinvestitionen dafür nötig sind. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Abacus ist als "Gold Sponsor" ein wichtiger Kunde unseres Verlags.)

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