Abgestürzte Postdrohne: Schwere Sicherheitsmängel festgestellt

28. Juni 2019, 11:04
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Eine bessere Befestigung des Notfallschirms an der Drohne und eine Verbesserung des akustischen Warnsignals: Nach dem Absturz einer Post-Drohne in der Nähe des Irchelparks in Zürich geben die Untersuchungsbehörden erste Empfehlungen ab.

Eine bessere Befestigung des Notfallschirms an der Drohne und eine Verbesserung des akustischen Warnsignals: Nach dem Absturz einer Post-Drohne in der Nähe des Irchelparks in Zürich geben die Untersuchungsbehörden erste Empfehlungen ab. Die Post hat bereits reagiert.
Anfang Mai war eine unbeladene Transportdrohne einer Post-Drohne innerhalb kurzer Zeit.
Nun zeigt ein erster Zwischenbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust), wie es zum Absturz kommen konnte. Rund zwei Minuten nach dem Start hatte die Drohne automatisch das Flugabbruchsystem ausgelöst und eine Notlandung eingeleitet, wie es im Bericht heisst.
Nach dem Ausstossen des Notfallschirms riss die Verbindungsleine zwischen der Drohne und dem Fallschirm. Gemäss Bericht wurde die für die Zugkraft ausgelegte Verbindungsleine an der scharfkantigen Befestigungsstelle der Drohne angeschnitten.
Die Untersuchung hat zudem gezeigt, dass das akustische Warnsignal, welches nach dem Auslösen des Notfallschirms ertönt, von Personen in der Nähe nicht gehört wurde. Unweit der Absturzstelle befanden sich zwei Kindergärtnerinnen mit ihren Schützlingen. Der Zwischenbericht erwähnt denn auch, dass durch den Absturz Drittpersonen gefährdet waren.
Weshalb überhaupt eine Notlandung eingeleitet wurde, soll der Schlussbericht zeigen. Die Sust rät dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zu ersten Sicherheitsmassnahmen. So müsse sichergestellt werden, dass die Befestigung des Notfallschirms den möglichen Belastungen standhalte, heisst es im Zwischenbericht. Zudem müsse das Bazl durch geeignete Massnahmen sicherstellen, dass künftig das akustische Warnsignal von Drittpersonen am Boden gut wahrgenommen werden kann.
Die Schweizerische Post hat nach dem Unfall alle ihre Drohnenflüge eingestellt. Ausserdem habe sie bereits auf die Empfehlungen der Untersuchungsbehörden reagiert, wie sie mitteilte. Zum einen wurde ein Expertenrat einberufen. Dieser soll sämtliche Prozesse, die das Sicherheits- und Risikomanagement betreffen, durchleuchten. Ziel sei es, dieses an die üblichen Standards der Aviatik anzugleichen. Dass die Sicherheitsmechanismen bei den beiden in Zürich abgestürzten Drohnen nicht funktioniert hätten, sei "nicht akzeptabel", schreibt die Post.
Mit dem Hersteller Matternet aus Kalifornien seien Sofortmassnahme vereinbart worden. So werden die Seile des Fallschirms neu mit einem Metallgeflecht verstärkt. Der Fallschirm wird künftig mit zwei statt nur einem Seil an der Drohne befestigt. Zudem wird das schrille Warnsignal lauter eingestellt.
Aller Schwierigkeiten zum Trotz betonte die Post in ihrer Mitteilung, sie halte an der Drohnenlogistik fest. Man sei überzeugt, dass Drohnen einen wichtigen Beitrag an ein effizientes Gesundheitswesen leisten können. (paz/Keystone-sda)

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