Abhörskandal bringt Mail-Verschlüssler in Bedrängnis

9. August 2013, 13:01
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Wohl um sich dem Zugriff der US-Geheimdienste zu entziehen, mussten zwei grosse US-Mailverschlüsselungsanbieter den Betrieb einstellen. Darunter auch jener, der von Edward Snowden verwendet wurde.

Wohl um sich dem Zugriff der US-Geheimdienste zu entziehen, mussten zwei grosse US-Mailverschlüsselungsanbieter den Betrieb einstellen. Darunter auch jener, der von Edward Snowden verwendet wurde.
Zwei grosse amerikanische Anbieter von Verschlüsselungslösungen für E-Mails haben gestern überraschend ihren Dienst eingestellt. Erst traf es das texanische Unternehmen Lavabit, danach das in Maryland stationierte Unternehmen Silent Circle. Lavabit ist jener Dienst, der vom ehemaligen Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden verwendet wurde, um interne Daten über das geheime Überwachungsprogramm Prism zu verbreiten. 406'000 User hat Lavabit.
Lavabit und Silent Circle mussten schliessen, weil sie befürchten mussten, dass die US-Regierung auf die Daten ihrer Nutzer zugreift. "Ich sehe mich gezwungen, eine schwierige Entscheidung zu fällen – entweder mitschuldig an Verbrechen gegen das amerikanische Volk zu werden oder zehn Jahre harte Arbeit aufzugeben und Lavabit zu schliessen", schrieb Lavabit-Besitzer Ladar Levison auf der Firmen-Website. Zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass die Regierung in den letzten Wochen Druck auf Lavabit und ähnliche Anbieter ausgeübt haben muss. Er könne aber zurzeit nichts darüber sagen, so Levison.
Lavabit und andere ähnliche Anbieter werben damit, dass die Mails ihrer Kunden auf ihren Servern verschlüsselt werden und dass nur sie darauf Zugriff haben, nicht einmal Lavabit selbst. Doch der radikale Schritt der beiden Firmen lässt vermuten, dass US-Geheimdienste eben doch darauf zugreifen können - oder dies zumindest vorhaben. (mim)

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