Abhörskandal in der Schweiz?

14. Juli 2014, 12:58
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Laut einem Insider und langjährigen Kenner der US-Botschaft in Bern hat diese eine leistungsstarke Antennenanlage, wie die 'Schweiz am Sonntag' berichtet.

Laut einem Insider und langjährigen Kenner der US-Botschaft in Bern hat diese eine leistungsstarke Antennenanlage, wie die 'Schweiz am Sonntag' berichtet. Das wäre an und für sich keine Neuigkeit. Aber über diese Anlage höre die US-Botschaft die Handy-Kommunikation in Bern ab, schreibt die Zeitung. Das Ganze soll nach einem Prinzip funktionieren wie jenes der IMSI-Catcher. Das sind Geräte, mit denen die International Mobile Subscriber Identity (IMSI) ausgelesen wird, die auf der Mobilfunkkarte eines Handys gespeichert ist. Der Standort eines Handys lässt sich so eingrenzen, die Gespräche mithören, schreibt die Zeitung.
Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hält es für durchaus wahrscheinlich, dass in der US-Botschaft in Bern Antennenanlagen vorhanden sind. "Botschaften sind nicht verpflichtet, uns Antennen zu melden", sagt Sprecher Rolf Lobsiger gegenüber der 'Schweiz am Sonntag'. Ungefähr ein halbes Dutzend Staaten hätten ihre Anlagen zwar gemeldet, es sei aber denkbar, dass die USA Antennen in der Botschaft haben, um die Kommunikation zwischen anderen Botschaften und den USA abzuwickeln.
In der Schweiz war man aber bereits alamiert: Im März 2012 beschloss die Regierung ein Handyverbot an ihren Sitzungen, weiss die 'Schweiz am Sonntag'. Auch die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) führte für ihre Sitzungen ein Handy-Verbot ein. Zudem lässt die GPDel im Zusammenhang mit dem Umbau des Bundeshauses Ost einen abhörsicheren Raum bauen. (lvb)

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