Abraxas macht kaum mehr Gewinn

20. Mai 2016, 11:49
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Abraxas weist erneut magere Zahlen aus. Expandieren will das Unternehmen trotzdem.

Zwar weist Abraxas 2015 erneut keine besonders guten Zahlen aus, hält aber konsequent an seiner expansiven Neuausrichtung fest und stellt neue Mitarbeiter ein.
Der auf Kunden aus dem öffentlichen Bereich spezialisierte IT-Dienstleister konnte zwar beim Umsatz leicht zulegen, doch sackten die Gewinne deutlich ab. So konnten diesmal mit 106,45 Millionen Franken zwar rund 1,23 Millionen Franken mehr als im Vorjahr erwirtschaftet werden, doch der Gewinn rauschte von 5,17 Millionen Franken auf noch 0,52 Millionen Franken in den Keller. Als Grund werden in einer Mitteilung "grosse Investitionen und die parallele Umsetzung mehrerer Grossprojekte" genannt.
Konkret ausgebaut hat Abraxas 2015 allerdings auch beim Personal, das um 16 Mitarbeiter gewachsen ist. Mit 452 Angestellten wurde Ende 2015 der höchste Stand seit der Gründung 1998 ausgewiesen. Kommt hinzu, dass seit Anfang 2016 aufgrund der Übernahme der beiden Software-Hersteller Epsilon Software Assistance und Infover nun weitere 50 Mitarbeiter auf der Payroll von Abraxas stehen und somit erstmals über 500 Angestellte an den 10 Standorten beschäftigt werden.
Dennoch kann diese Situation nicht darüber hinwegtäuschen, dass das den Kantonen St. Gallen und Zürich gehörende Unternehmen in den letzten fünf Jahren bei den Zahlen kaum mehr vom Fleck gekommen ist. So war 2014 und 2012 zurückgegangen und konnten dann trotz eines kurzen Aufschwungs 2013 bis heute nicht wirklich stabilisiert werden.
Zur Begründung der schleppenden Entwicklung verweist der neue CEO Reto Gutmann. Mit der geographischen Expansion habe man "insbesondere beim Bund und bei bundesnahmen Betrieben erste wichtige Verkaufserfolge" erzielen können, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Schliesslich wird noch auf die "Schaffung des Bereichs Verkauf und Business Development" verwiesen, von dem versprochen wird, dass er Abraxas "schlagkräftiger bei der Akquisition von Neukunden" machen werde.
Gutmann, der Abraxas bekanntlich als Verwaltungsrat seit 2013 bestens kennt, betont denn auch, dass die in den letzten zwei Jahren initiierten strategischen Anpassungen - die Rede ist von den Firmenzukäufen, den neuen Standorten, dem Ausbau des Verkaufs und die Entwicklung neuer Produkte und Services – "logischerweise erst einmal für etwas Unruhe und rückläufige Ergebnisse" sorgen. Man sei aber von der Entwicklung des Geschäftsgangs 2015 nicht überrascht worden, wie er anfügt. Er erwartet auch für das laufende Jahr keine grossen Änderungen bei den Zahlen: "Die Umsetzung der Strategie wird sich auch 2016 noch auswirken. Ich erwarte daher, dass unsere Zahlen auch 2016 unter Druck bleiben", so Gutmann weiter.
Unruhe hat es denn auch an der gestrigen Generalversammlung nicht gegeben. Die Zahlen für 2015 seien erwartet worden, wie auch Pressesprecher Markus Kaufmann gegenüber inside-i.ch noch einmal unterstreicht. Nicht zuletzt sei bekannt, dass auch die Preise im Markt unter Druck stünden, woran sich wohl so schnell auch nichts ändern werde. Das Verhältnis zu den besitzenden Kantonen sei aber "ungetrübt" und die früheren Verkaufsdiskussionen seien in diesem Jahr kein Thema mehr gewesen, schiebt er nach. (vri)

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