Abraxas und Bedag verschmelzen

24. Mai 2007, 14:48
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Es entsteht der grösste Rechenzentren-Dienstleister für öffentliche Verwaltungen.

Es entsteht der grösste Rechenzentren-Dienstleister für öffentliche Verwaltungen.
Die beiden IT-Dienstleister Bedag und Abraxas haben heute die Gründung einer Tochtergesellschaft bekannt gegeben. De facto bedeutet dies eine Teil-Fusion der beiden Unternehmen. Bedag-Sprecher Rudolf Steiner sagt gegenüber inside-channels.ch, eine Fusion wäre ein langwieriger Prozess gewesen, da die beiden Unternehmen sich im Besitz von Kantonen befinden. Bedag gehört dem Kanton Bern, Abraxas den Kantonen Zürich und St. Gallen. Deshalb habe man sich für die Gründung einer Tochtergesellschaft entschieden.
Das Gemeinschaftsunternehmen soll – nach dem OK der drei Kantone – am 1. Januar 2008 sein operatives Geschäft aufnehmen. Wie das Unternehmen heissen soll, ist noch nicht festgelegt. Geführt wird es von Abraxas-Chef Oscar Schwark und Bedag-CEO Peter Schmutz. Beide bleiben auch verantwortlich für die "Reste" der beiden Unternehmen.
400 Angestellte
Zusammengelegt werden vorerst die Rechenzentrumsdienstleistungen und die Desktop-Services (Vor-Ort-Support). Je 200 Angestellte der beiden Unternehmen werden zur Tochtergesellschaft wechseln. Bedag beschäftigt zurzeit 398 Leute, Abraxas 291. Mit dem Tochterunternehmen wollen Abraxas und Bedag die gemeinsame Position im Markt der öffentlichen Verwaltungen stärken und damit "Synergiegewinne realisieren".
Die Informatik-Betriebsdienstleistungen werden in einem eigenen hochsicheren Rechenzentrum in Bern zentralisiert. Ob der Sitz des Gemeinschaftsunternehmens auch in Bern sein wird, ist noch nicht festgelegt. Die Tochter wird vor allem die Maschinen und Infrastrukturen zentralisieren, um damit gegenüber den Kunden die "Kostenführerschaft" behaupten und die aus den gebündelten Ressourcen gewonnen Synergien nutzen zu können, so die beiden Unternehmen in einer Mitteilung.
Für die Erbringung der Informatik-Dienstleistungen, vor allem in den Bereichen Desktop-Services, Application-Management und System-Integration, werden die bisherigen vier Standorte der beiden Unternehmen erhalten. Es sei abzusehen, dass in den vier dezentralen Kompetenzzentren der Tochtergesellschaft zahlreiche neue und darunter "besonders hoch qualifizierte" Arbeitsplätze geschaffen werden können. Wie die Zukunft für die "übrig gebliebenen" Mitarbeitenden der beiden Unternehmen aussieht, ist indes ungewiss. Steiner sagt, es sei eine "langfristige Perspektive", die restlichen Dienste auch zusammenzuführen. Dass auch weitere sich im Besitz von Kantonen befindenden Dienstleister sich dem Unternehmen anschliessen werden, ist offenbar ein langfristiger Wunsch.
Bedag erwirtschaftete im vergangenen Jahr 96,8 Millionen Franken, Abraxas 89,8 Millionen. (Maurizio Minetti)

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