Abschreiber drücken den Gewinn von Salt

14. März 2018, 11:23
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Salt konnte letztes Jahr mehr Privatkunden gewinnen, das Geschäftskunden-Business gestalte sich anhaltend schwierig.

Salt konnte letztes Jahr mehr Privatkunden gewinnen, das Geschäftskunden-Business gestalte sich anhaltend schwierig.
Trotz mehr Privatkunden musste Salt im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang um 6,6 Prozent auf 1,05 Milliarden Franken hinnehmen. Für einen Teil davon ist die Senkung der Durchleitungsgebühren, genannt Mobilfunkterminierungsgebühren, im Handynetz verantwortlich. Hier sanken die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent auf noch 91,5 Millionen Franken.
Im vergangenen Jahr hat der Telco 43 Stellen abgebaut und zählte Ende Dezember noch 703 Vollzeitbeschäftigte. Bereits im Jahr zuvor wurde der Personalbestand reduziert.
Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda stieg um 9,9 Prozent auf knapp 472 Millionen Franken, wie Salt mitteilt. Die Zunahme basiere "hauptsächlich auf einem guten Kostenmanagement und der Optimierung operativer Prozesse", hiess es.
Der Reingewinn hingegen sank um beinahe zwei Drittel auf 36,9 Millionen Franken. Grund dafür waren markant höhere Abschreiber und Amortisationen sowie deutlich gestiegene Finanzkosten, weil die Schuldenlast schwerer wurde.
Mehr Privatkunden, Fokus auf kleinere Geschäftskunden
Das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr mehr Privatkunden gewinnen. Insgesamt kamen 51'000 Postpaid-Handykunden hinzu. Dies entspricht einem Plus von 1,7 Prozent auf 1,22 Millionen Kunden in diesem Bereich. Der Umsatz pro Kunde aber ging angesichts des Preisdrucks um 8,4 Prozent zurück. Die Anzahl Prepaid-Kunden nahm im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 683'000 zu.
Das Geschäftskundenumfeld sei anhaltend schwierig. Salt engagiere sich aber weiterhin für seine Business-Kunden, so die Mitteilung weiter. Ein Fokus gelte dabei insbesondere den Bedürfnissen von kleineren und mittleren Unternehmen.
Hohe Investitionen in Mobilfunknetz
Im vergangenen Geschäftsjahr hat Salt so viel wie nie zuvor in sein Netzwerk investiert. Das Volumen belief sich auf 382 Millionen Franken, schreibt der Telco. Für 98 Prozent der Schweizer Bevölkerung sei das 4G-Netz verfügbar und für rund 50 Prozent 4G+.
Hinzu kämen Investitionen in Dark Fiber Backhauling und den Aufbau des FTTH-Festnetzzugangs. Auch wurde in der Stadt Zürich bei Interxion ein neues Datencenter aufgebaut, mit dem Ziel, die Netzwerkleistung, -zuverlässigkeit und -sicherheit zu erhöhen.
Insourcing abgeschlossen
Mit der Einführung einer neuen, Open-Source-basierten IT-Plattform im ersten Quartal 2018 sei nun der letzte Schritt der Insourcing-Strategie umgesetzt worden. Die In-House entwickelte Plattform diene unter anderem der Aktivierung sowie Rating-, Abrechnungs- und Inkassoaktivitäten. Einen Teil dieser Dienstleistungen hatte der Telco zuvor vom finnischen Dienstleister Qvantel abwickeln lassen. (kjo)

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