Acer kämpft weiter mit vollen Lagern

28. Juni 2011, 09:10
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Der taiwanische PC-Hersteller senkt erneut den Notebook-Forecast.

Der taiwanische PC-Hersteller senkt erneut den Notebook-Forecast.
Acer hat sich komplett verrechnet. Es liegen immer noch zu viele Notebooks auf Lager, weshalb Taiwans Aushängeschild nun den Forecast fürs dritte Quartal 2011 von 6,4 auf 5,4 Millionen Stück drastisch gesenkt hat. Komponentenzulieferer wurden zudem laut 'Digitimes' darüber informiert, ihre Lagerbevorratung entsprechend zu reduzieren. Im zweiten Quartal 2011 hat Acer nicht nur bei Notebooks, sondern auch bei Tablets deutliche Abstriche machen müssen und deshalb die Jahresboni um 40 Prozent gekürzt sowie angekündigt, rund 300 Mitarbeiter in Europa zu entlassen.
Acer-Gründer Stan Shih (Shi Zhenrong) ist zwar seit 2004 nicht mehr aktives Mitglied der Geschäftsleitung, nimmt aber noch regen Anteil am Unternehmen. Die neue Situation kommentierend, dass bei Acer die Bäume auch nicht länger in den Himmel wachsen, bat er Marktbeobachter und Investoren darum, dem Unternehmen noch etwas Zeit zu geben nach dem Rücktritt des Präsidenten Gianfranco Lanci im März. Gleichzeitig sprach Shih der Geschäftsführung um Chairman J.T. (Zhentang) Wang das Vertrauen aus, auf dem richtigen Weg zu sein.
Wie 'Digitimes' von den Komponentenherstellern erfahren hat, betrifft die rund 15-prozentige Senkung des Absatzziels für das dritte Quartal in erster Linie Netbooks, die allerdings 80 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Für Juli rechnet Acer den Informationsquellen aus der Industrie zufolge mit 1,45 bis 1,5 Millionen verkauften Notebooks, im August sollen es 1,9 bis 2 Millionen Stück sein, der Forecast für den September sieht einen leichten Rückgang gegenüber den August-Lieferungen vor, insgesamt sollen die Lager dann aber weitgehend bereinigt sein.
Abgesehen davon ändert Acer das Geschäftsmodell, weg vom Kistenschieben, hin zu mehr Profitabilität. Da Netbooks im IT-Markt nicht mehr den Mainstream oder Massengeschmack treffen, will Acer damit wohl nur noch ein gewisses Grundrauschen bedienen, den Fokus sonst aber auf Cloud Computing lenken - was auch immer dies im Fall von Acer bedeuten mag. Was Tablet-PCs angeht, rechnet das Unternehmen damit, den Level von 800'000 Stück pro Quartal für die kommenden drei Monate halten zu können, um im Gesamtjahr auf 2,5 bis 3 Millionen Stück zu kommen. Ursprünglich anvisiert waren aber fünf bis sieben Millionen Tablet-PC-Verkäufe. (Klaus Hauptfleisch)

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