Acer Schweiz im Gespräch: Die Attraktivität der Langeweile

3. Oktober 2016, 08:46
  • channel
  • acer
  • schweiz
  • lenovo
  • hp
  • dell technologies
image

"Das war nicht mehr gesund.

"Das war nicht mehr gesund." Dies sagte Sebastian Seyferth, der bei Acer Schweiz das Produkt- und Commercial-Geschäft verantwortet, bei einem Besuch der Redaktion letzte Woche. "Nicht mehr gesund" war der Versuch des taiwanischen Herstellers, Marktanteile über tiefe Preise zu gewinnen. Der Versuch endete im März 2011 mit dem sofortigen Rücktritt des ehemaligen CEO Gianfranco Lanci und einer mehrere Jahre andauernden Krise.
Acer arbeitet seit zwei Jahren wieder profitabel, betont Seyferth. "Diese Zeiten sind lange vorbei. Jason Chen, der Ende 2013 als CEO an die Spitze von Acer gekommen ist, hat uns einen spürbaren Strategiewechsel gegeben. Dies ist mit der Grund, weshalb Acer wieder profitabel arbeitet." Man merkt es dem Mann an, dass ihn nicht mehr viel erschüttern kann. Er ist seit 17 (!) Jahren bei Acer und war für den PC-Hersteller in Osteuropa und Paris. Seit fünf Jahren ist Seyferth nun in Zürich.
Wie schützt man den Channel vor der Online-Konkurrenz?
Wie kann sich ein klassischer Acer-Reseller vor der übermächtigen Konkurrenz von Digitec, Mediamarkt und Brack schützen, fragten wir den Acer-Manager. Er solle sich überlegen, was er besser als Digitec & Co. machen könne und wie er seine Stärken am besten ausspielen kann. Und er könne sich mit dem grossen Produktportfolio von Acer differenzieren. Seyferth betont, dass Acer seit 20 Jahren keinen Direktvertrieb kennt und seit rund vier Jahren den klassischen stationären Handel mit einem speziellen Programm unterstützt. Es gibt 50 Prozent Rabatt auf Demoprodukte und Unterstützung bei Hausmessen und ähnliches. "Man kann mit Hardware von Acer Geld verdienen. Doch es ist auch klar, dass es mit jeder Marke schwer ist, vom reinem Hardware-Handel zu leben," sagt Seyferth.
Neue Geschäftsmodelle wie "Workplace-as-a-Service" setzt Acer nicht um. "Das soll der Partner machen, unsere Kompetenz ist die Hardware", sagt Seyferth. Dafür hat der Hersteller eine eigene Service-Organisation in der Schweiz und verspricht kurze Wege. "Wir machen unser Ding richtig. Wenn es mit unseren Produkten doch mal Probleme geben sollte, können wir sofort reagieren", sagt der Acer-Veteran.
Doch wie soll Acer gegen die Top-3 Lenovo, HP und Dell bestehen? Seyverth: "Wir sind im Schweizer Consumer Markt der drittgrösste Player im Notebooksektor gemäss GFK und eine starke Marke. Hardware wird immer gefragt sein und den Channel wird es immer geben. Wenn wir unsere Arbeit am besten machen, werden wir einen Platz haben."
Etwas wirklich Neues konnte uns Seyferth nicht erzählen. Acer hat zwar neue Produkte, wie etwa das dünnste Notebook der Welt, aber keine neue Strategie. Doch wenn es um das Channel-Business geht, kann Langeweile, sprich Konstanz, ja durchaus auch positiv sein. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

Fujitsu spaltet seine Business Group auf

Der japanische IT-Dienstleister teilt seine Global Solutions Business Group in zwei separate Einheiten auf. Damit will Fujitsu schneller auf Bedürfnisse reagieren können.

publiziert am 6.2.2023
image

Exchange-Lücken: NCSC ist gefrustet

Trotz eingeschriebener Warnbriefe sind in der Schweiz immer noch 660 Server ungepatcht. Manchmal wurde die Annahme des Briefes auch verweigert.

publiziert am 6.2.2023 1
image

Dell streicht Tausende Jobs

Das Unternehmen baut 5% der globalen Belegschaft ab. Grund sind die sinkenden PC-Verkäufe.

publiziert am 6.2.2023
image

Vertragsauflösung in UK: Bei Atos könnten viele Stellen wegfallen

Ein auf potenziell 18 Jahre angelegter Vertrag zwischen der britischen Pensionskasse und dem IT-Dienstleister wurde nach 2 Jahren aufgelöst. Medien gehen von 1000 Stellen aus, die gefährdet sind.

publiziert am 3.2.2023