Acht Schweizer Unternehmer gründen Cyber-Feuerwehr

1. November 2019, 16:24
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Ehemaliger Luzerner Datenschützer spannt mit IT-Managern und Kriminalisten zusammen.

Ehemaliger Luzerner Datenschützer spannt mit IT-Managern und Kriminalisten zusammen.
Seit dem 25. Oktober gibt es in der Schweiz eine Anlaufstelle für Cybersicherheit des neu gegründeten Unternehmens Swiss Business Protection. Die Firma und ihr Kompetenzzentrum für Wirtschaftsschutz wurde von acht Spezialisten und Unternehmern aus der Strafverfolgung, der Wirtschaft und der Forschung ins Leben gerufen.
Gründungspartner Wolfgang Sidler erklärte gegenüber inside-channels.ch, dass man gemeinsam eine Art Cyber-Feuerwehr schaffen wolle. Opfer von Cyber-Attacken wüssten nämlich häufig nicht, wohin sie sich wenden sollten.
Künftig sollen vor allem KMU zwischen sechs Uhr morgens und Mitternacht anrufen und sich Rat vor und nach einem Angriff einholen können. Pikett haben jeweils zwei der Gründer. Sie bieten dann ein entsprechendes Team aus den bestehenden acht Firmen auf. Kostenpunkt für das Ausrücken der Cyber-Feuerwehr im Schadensfall: 400 bis 500 Franken, so Siedler. Danach werde ein dem Vorfall entsprechendes Team zusammengestellt und nach den gängigen Stundenansätzen berechnet.
In den Bereichen Infrastruktur, Menschen und Information tritt die Firma als One-Stop-Shop in Sachen Sicherheit auf. So sind auch konventionelle Angriffe wie Erpressung oder der Schutz von Objekten abgedeckt. Im Bereich IT bietet Swiss Business Protect Cyber-Security, Information- und Datenschutz sowie Forensik.
Drei der acht Gründer und ihre Firmen haben einen Hintergrund in der Informations- und Cyber-Sicherheit. Wolfgang Sidler führt Sidler Information Security, Andreas Wisler ist Chef von GoSecurity und Lionel Bloch ist Inhaber von Forentec. Zum Kernteam gehören auch eine Ökonomin, ein klassischer Security-Spezialist sowie zwei Manager mit kriminalistischem Hintergrund. Zudem ist Reto Fanger, der Jurist und ehemalige Datenschutzbeauftrage des Kantons Luzern, mit an Bord. Die Gründungspartner übernehmen abwechselnd das Pikett-Telefon und erstellen im Ernstfall eine Triage nach einer Checkliste.
Man stehe bereits mit verschiedenen Partnern aus der IT-Sicherheit in Gesprächen, sagte Sidler in einem kurzen Telefonat. So wolle man sicher auch einen der hiesigen Anbieter eines SOC ins Boot holen. Der grosse Unterschied zu einem klassischen Security-Service-Angebot sei, dass man beim Kompetenzzentrum für Wirtschaftsschutz kein Abo oder ähnliches haben müsse. Man könne im Ernstfall einfach anrufen, unterstreicht Sidler.
Wie gross das Projekt werden wird, konnte der Mitgründer noch nicht abschätzen. Er erwartet sich aber viel. Angerufen hat bislang auf der Notfallnummer, die seit dem 25. Oktober betrieben wird, allerdings noch niemand. Man habe nun erstmal mit der Idee und dem Projekt auf den Markt treten wollen und erhoffe sich etwas Bekanntheit mit dem neuen Ansatz. (ts)

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