Admins genervt: Windows Search installiert sich selbst

26. Oktober 2007, 16:13
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"Revision 105" hat ungeahnte Folgen: Windows Desktop Search wird installiert, auch wenn die Admins das nicht wollten.

"Revision 105" hat ungeahnte Folgen: Windows Desktop Search wird installiert, auch wenn die Admins das nicht wollten.
Wie der 'Register' berichtet, musste sich in den letzten Tagen eine unbekannte Anzahl von Desktop-Administratoren weltweit mit einem unerwarteten Problem auseinandersetzen: Nachdem Microsoft eine "Update-Revision" verteilt hatte, installierte "Windows Server Update Services" (WSUS) plötzlich Windwows Desktop Search (WDS) auf von ihnen betreuten Rechnern, obwohl sie das nicht gewollt hatten. Die Desktop-Suche begann ausserdem nach ihrer Installation damit, einen Index anzulegen, was viel Leistung beansprucht und PCs und Server stark verlangsamen kann.
Berichte von verärgerten Administratoren zu dem Vorfall findet man im Internet haufenweise, zum Beispiel hier.
In einer ersten Reaktion war sich das WSUS-Team bei Microsoft, wie man einem Blogeintrag entnehmen kann, keiner Schuld bewusst und erklärte, dass sich die Revision, und damit WDS, nur "scheinbar" ohne Erlaubnis installiert habe - die betroffenen Adminstratoren hätten nämlich vor einigen Monaten schon einen WDS-Update bewilligt.
Die Erklärung des Teams besänftigte aber, wie man an den Reaktionen auf den gleichen Blogeintrag sehen kann, kaum jemanden. Einige Stunden später meldete sich das Team dann mit einem wesentlich zerknirschteren Kommentar und einer Entschuldigung. Das Team verspricht darin, die internen Prozesse bei der Veröffentlichung von Updates zu verbessern, damit sich der Faux-Pas nicht wiederholen kann.
Im gleichen Eintrag findet man übrigens auch eine Anleitung zur Entfernung des WDS-"Eindringlings".
Von Updates und Revisions
Der Grund für die ungewollten WDS-Installationen war eine unbedachte Änderung in der am Mittwoch verteilten "Update-Revision 105". Im Februar hatte Microsoft ursprünglich einen optionalen Update (KB917013) mit einer neuen WDS-Version publiziert. Wie bei Updates üblich wurde dessen Installation je nach den von den Admins bevorzugten Einstellungen für die automatische Bewilligung entweder selbsttätig durchgeführt oder musste ansonsten explizit manuell bewilligt werden. Der Update bezog sich aber nur auf Maschinen, auf denen bereits frühere Versionen von WDS installiert waren - deshalb bewilligten ihn viele Admins überhaupt.
Der "Unfall" passierte nun in einer Revision zu diesem Update. "Revisions" werden vom WSUS defaultmässig ohne Zutun des Admins automatisch bewilligt, falls der ursprüngliche Update bewilligt wurde. Eigentlich sollten sie nur ganz unbedeutende Änderungen bewirken – "Revision 105" beinhaltet aber auch eine Änderung des Geltungsbereichs des ursprünglichen Updates. Statt nur für Maschinen mit bereits installiertem WDS galt er nun für alle Computer. Dass viele Administratoren damit nicht gerechnet hatten, und WDS auf einer Vielzahl von Computern ungewollt installiert werden würde, hätte man beim Microsoft eigentlich voraussehen müssen.
Wirklich ohne Absicht?
Genau dieser Punkt führt denn zu Misstrauen bei vielen Betroffenen, wie sich in späteren Reaktionen zeigt. Das "Versehen" scheint vielen etwas zu leicht vermeidar und die Folge davon für Microsoft etwas zu nützlich. Beim Gerangel mit Google ist auch die Zahl der installierten Desktop-Suchen der Kontrahenden ein Faktor. Und wie viele der betroffenen Administratoren werden sich jetzt, da WDS halt mal installiert ist, noch die Mühe machen, die Desktop-Suche wieder zu entfernen? (Hans Jörg Maron)

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