Adobe: Stellen weg, Umsatz weg, Mobile-Flash weg

9. November 2011, 12:46
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Einschneidende Massnahmen des US-Softwareherstellers.

Einschneidende Massnahmen des US-Softwareherstellers.
Adobe Systems hat eine Radikalkur angekündigt: Um sich auf strategisch wichtige Bereiche wie Software für Digital Media und Digital Marketing zu konzentrieren, baut das Unternehmen 750 Vollzeitstellen ab. Besonders betroffen davon sind die Niederlassungen in Nordamerika und Europa. Ob auch Adobe Schweiz Stellen abbaut, ist noch unklar.
Durch diese Massnahmen wird sich das Umsatzwachstum des kalifornischen Unternehmens im Geschäftsjahr 2012 um 4 bis 5 Prozentpunkte verringern. War Adobe bislang für 2012 von einem Wachstum zwischen 8 und 11 Prozent ausgegangen, dürfe der Umsatz nun nur noch zwischen 4 und 6 Prozent steigen. Innerhalb eines Jahres soll sich das Umsatzwachstum dann wieder beschleunigen, so Adobe. Die bereinigte operative Marge soll 2012 dennoch ungefähr auf dem Niveau von 2011 (37%) bleiben.
Adobe wird sich darüber hinaus laut übereinstimmenden Medienberichten von Flash auf mobilen Geräten verabschieden. Die von Macromedia stammende Multimediatechnik für das Abspielen von Videos und Grafik soll für Tablets und Smartphones nicht mehr weiterentwickelt werden. Adobe will stattdessen verstärkt in HTML5 investieren.
'ZDNet' zitiert aus einem Schreiben von Adobe, in dem es heisst: "Unser Fokus wird es künftig sein, Flash-Entwicklern Pakete inklusive Adobe AIR für alle grosen App Stores zu ermöglichen. Wir passen Flash Player nicht länger an mobile Geräte an - egal ob es sich um neue Browser, OS-Updates oder Gerätekonfigurationen handelt." Android- und RIM-Playbook-Modelle will Adobe weiter mit Updates versorgen.
Der kürzlich verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hätte sich sicher gefreut, denn Jobs hatte Flash von seinen iDevices verbannt und mehrfach erklärt, die Technologie sei unsicher und verbrauche zu viele Ressourcen. (mim)

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