Adobe trennt Mensch und Maschine

18. Juni 2014, 15:30
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Zu den Software-Abos bietet Adobe nun auch Lizenzen an, die an Computer statt Menschen gebunden sind.

Zu den Software-Abos bietet Adobe nun auch Lizenzen an, die an Computer statt Menschen gebunden sind.
"Von Nutzern erschaffene Werkzeuge, wie Farben oder Schriften, können ab heute - dank dem Creative Profile von Adobe - von überall aus genutzt werden", sagte Rufus Deuchler von Adobe an einer Medienkonferenz in Zürich. Über die Personen ID von Adobe, die man automatisch mit dem Software-Abonnement bekommt, könne man nun ein sogenanntes "Creative Profile" erstellen. Die Einstellungen und Werkzeuge, die man beim Arbeiten mit dem Creative Profile nutzt, werden nun in der Creative Cloud (CC) gespeichert. So kann man diese an anderen Orten wieder brauchen.
Das Lizenz-System wird ebenfalls erweitert. Zu den Personen-Abonnementen kommt eine Computer-Lizenz. Damit kann jeder Maschinen-Nutzer die installierten Adobe-Programme nutzen, ohne über eine persönliche Lizenz verfügen zu müssen.
Dieses System sei vor allem für Schulen von Vorteil. So müsse nicht jeder Schüler ein Abonnement bei Adobe lösen. Besitzt ein Nutzer eine Creative-ID und Internet-Zugang, kann er auch auf lizenzierten Maschinen auf seine personalisierten Daten zugreifen.
Das Ziel von Adobe ist klar: Die Kunden sollen möglichst bald vom Produkte-Denken wegkommen und auf das Abo-Modell umsteigen. Zumindest in den letzten Monaten hatte Adobe Erfolg mit seiner neuen Strategie.
Die Feder ist mächtiger als die Maus
Mit der Neuerung kommt eine ganze Welle von Updates für Adobe-Software. Insgesamt 14 der bestehenden Applikationen werden erneuert, verspricht Adobe. Zusätzlich lanciert der US-Softwarehersteller drei Apps, Photoshop Mix, Line und Sketch, fürs iPad und dazugehörige Hardware. Die Apps sollen die kreative Entwicklung mobil machen.
Photoshop Mix ist ein vereinfachtes Photoshop fürs iPad. Für die rechenintensiven Bildbearbeitungsprozesse wird die Datei auf die CC geladen, dort bearbeitet und wieder heruntergeladen.
Line erlaubt es dem Anwender, präzise Linien und Kurven zu Zeichnen. Zusätzlich gibt es eine Perspektiv-Ansicht, um 3D-Designs zu vereinfachen.
Sketch ist eine Skizzier-App. Mit ihr soll man Ideen einfach zu E-Paper bringen. Dann kann man die Files teilen und sogar mit Audiofiles verbinden, um Konzepte zu erläutern.
Damit das Arbeiten mit den Apps Spass macht und vor allem produktiv ist, entwickelte Adobe eigene Hardware. Ein Stift namens Ink und ein Lineal namens Slide. Diese zwei Stücke arbeiten über Bluetooth mit den Apps.
Die Geräte sind nicht einzeln erhältlich. Im Moment sind sie nur in Amerika über Adobe für 199 Dollar zu kaufen. Das Unternehmen plant jedoch bis Ende Jahr auch in der Schweiz Ink & Slide zu verkaufen.
Mit der neuen Soft- und Hardware kommen auch Software Development Kits (SDKs). Entwickler sollen die Möglichkeit haben, mit den Creative Profiles zu interagieren, um möglichst viele nützliche Anwendungen zu erstellen, sagte Adobe. (Colin Simon)

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