aiciti / Topsoft: Wo sind die Besucher?

12. Mai 2011, 14:57
  • politik & wirtschaft
  • topsoft
  • swisscom
image

Einhellige Kritik der Aussteller: aiciti und Topsoft konnten zu wenig Besucher anziehen. Trotzdem finden viele Software-Anbieter den Umzug in die Messe Zürich positiv.

Einhellige Kritik der Aussteller: aiciti und Topsoft konnten zu wenig Besucher anziehen. Trotzdem finden viele Software-Anbieter den Umzug in die Messe Zürich positiv.
"Enttäuschend", "eine Katastrophe", "schlechter als vor einem Jahr", "zuwenig Frequenz": Die erste Reaktion von Ausstellern auf unsere Frage, wie die Messe verlaufen sei, fiel bei allen Ausstellern der beiden Messen ähnlich aus. Man ist mit der Anzahl der Besucher an der Software-Messe Topsoft wie auch der parallelen aiciti, die heute nach drei Tagen in Zürich ihre Tore schliessen, unzufrieden. Doch wer genau fragt, bekommt differenziertere Antworten.
So findet Swisscom-Mann René Waser das Engagement seiner Firma für die aiciti einen Erfolg. Waser: "Die Anzahl der Besucher war ernüchternd und wir konnten weniger Leads generieren als 2008. Das Publikum hatte eher einen Bezug zu Software-Lösungen." Dies hatte allerdings für Waser den positiven Effekt, dass Swisscom die neuen Dienstleistungen PaaS (Plattform as a Service) und IaaS (Infrastructure as a Service) in der genau richtigen Szene, nämlich der Software-Hersteller und -ERP-Dienstleister bekannt machen können.
Andere sind kritischer: So Uwe Kullmann, Key-Accounter beim Distributor Eurebis. Er kenne Kunden, die nicht mal gewusst haben, dass die aiciti stattfindet, so Kullmann zu inside-channels.ch. Seine Aussage lässt an Deutlichkeit nicht zu wünschen: "Messen in der Art der aiciti werden keine Zukunft haben, während es thematische Veranstaltungen, zum Beispiel zum Thema Dokumenten-Management, auch in Zukunft noch eher geben wird."
Die aiciti müsse andere Wege gehen und zu einem Magnet werden, wenn sie überleben will, sagt Reto Stirnimann vom IT-Dienstleister Itivity. Er sieht die Messe im Clinch zwischen den verschiedenen Hersteller-Anlässen. So war für ihn etwa die NetApp Innovation in Regensdorf wie auch die Citrix-Veranstaltung in Luzern ein Erfolg. Auch Thomas Spuhler von DeltaNet registrierte "klar zu wenig Besucher." Er traf "entweder alte Bekannte oder dann andere Aussteller."
Topsoft: Standort Zürich wird begrüsst
An der Topsoft trafen wir etwas milder gestimmte Aussteller. Adrian Bauer von Opacc sagte zwar, er habe "klar mehr erwartet". Doch zumindest der Mittwoch sei bezüglich Besucherzahl und -Interesse "gut" gewesen. Grundsätzlich begrüsst Bauer das Zusammengehen von aiciti und Topsoft und findet auch den Standort Zürich gut. Ins gleiche Horn stösst Alexander Todt von Abas Competence Partner: "Die Location gefällt. Es ist hier etwas offener und professioneller als in Winterthur. Und ein IT-Leiter, der sich an der aiciti neue Ideen holen will, macht vielleicht auch den Schritt in die andere Halle zu Tospoft."
Berhard Geiser von Steffen Informatik, der unter anderem die brandneue Online-Software SAP Business byDesign gezeigt hat, ist kritisch - aber nicht nur: "Es fehlt klar an Publikum. Doch Ort und Infrastruktur sind vernünftig. Die Frage ist, wie die Messe mehr Publikum anziehen kann."
Mit dem Umzug der Topsoft nach Zürich kann hingegen Jürg Feuz vom Semiramis-Anbieter A-MEA gar nichts anfangen. "Die Topsoft hat mit dem Standort Zürich verloren. Wir treffen hier nicht das richtige Umfeld. Und es war falsch, die Messe auf drei Tage auszudehnen. Besser wäre es, wenn es vier 1-tägige Topsofts in jeweils einer anderen Landesgegend geben würde," so Feuz. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Wir sind Medienpartner der aiciti und Sponsor der Topsoft. Lesen Sie morgen unsere Einschätzung der Veranstaltung.)
Foto: inside-channels.ch entlarvt: Die geheime Raucherecke der aiciti.

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

Softwareone erhält an einem Tag 2 Freihänder für fast 14 Millionen Franken

Der Stanser IT-Dienstleister ist bei Swissgrid Reseller für Standardsoftware und kann fürs Stadtzürcher OIZ die Lizenzen für die Microsoft-EDR-Lösung liefern. Dafür kassiert Softwareone Millionen.

publiziert am 30.9.2022
image

ALV braucht IT-Know-how für bis zu 55 Millionen Franken

In 8 Arbeitsgebieten sucht das Seco Digitalisierungs-Knowhow für die RAVs und die Arbeitslosenversicherung.

publiziert am 30.9.2022