Aktion "Dark HunTOR": Europol meldet Schlag im Darknet

26. Oktober 2021, 15:37
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150 Verdächtige sind in einer koordinierten Aktion festgenommen worden, 2 davon in der Schweiz. Drogen, Geld und Schusswaffen wurden sichergestellt.

Internationale Ermittler melden einen Schlag gegen die Kriminalität im Darknet. Sie nahmen rund 150 Verdächtige fest, darunter 2 in der Schweiz. Mehr als 26 Millionen Euro seien beschlagnahmt worden, teilt die europäische Polizeibehörde Europol mit.
Ausserdem seien 234 Kilogramm Drogen und 45 Schusswaffen sichergestellt worden. Einige der Verdächtigen werden von Europol als "hochrangige Ziele" eingestuft. Die von Europol koordinierte Aktion "Dark HunTOR" erstreckte sich über neun Länder in Europa sowie den USA. In der Schweiz waren die Zürcher Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft involviert, das Bundesamt für Polizei Fedpol stand koordinierend zur Seite, wie eine Sprecherin zur Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA' sagte.
Im Kanton Zürich führt die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Monaten ein Strafverfahren gegen zwei Personen wegen Betäubungsmitteldelikten. Diesen beiden Personen wird vorgeworfen, auf verschiedenen illegalen Marktplätzen aktiv gewesen zu sein. Die beiden Personen wurden bereits vor einigen Monaten von der Kantonspolizei Zürich verhaftet, derzeit sei noch eine Person in Haft. 
Von den nun verhafteten Verdächtigen wurden die meisten, nämlich 65, in den USA festgenommen, gefolgt von Deutschland (47) und Grossbritannien (24). Zu den beschlagnahmten Drogen gehörten 152 Kilogramm Amphetamine, 27 Kilogramm Opiate und über 25'000 Ecstasy-Pillen. Im Zuge der Aktion hatte Italien zwei illegale Online-Marktplätze mit insgesamt mehr als 100'000 Angeboten illegaler Waren geschlossen.
"Dark HunTOR" folgte nach Angaben von Europol auf die Schliessung von "Darkmarket" Anfang des Jahres in Deutschland. Deutsche Ermittler hatten damals die Betreiber festgenommen und die illegale Infrastruktur ausgehoben. Dadurch war nach Angaben von Europol eine Fülle an Beweisen gesammelt und weltweit Ermittlern zur Verfügung gestellt worden. In mehreren Ländern dauerten die Ermittlungen noch an, so Europol.
Ein australisches Ehepaar soll "Darkmarket" mit rund einer halben Million Nutzern und mehr als 2400 Verkäufern betrieben haben. Gehandelt wurde nach Angaben der rheinland-pfälzischen Landeszentralstelle Cybercrime mit illegalen Drogen aller Art, Falschgeld, gestohlenen oder gefälschten Kreditkarten, Schadsoftware und weiteren illegalen Waren.
Der illegale Marktplatz soll im Juni 2019 im Cyberbunker in Traben-Trarbach an der Mosel gestartet worden sein. In dem alten Bunker soll eine Bande schon vorher jahrelang ein illegales Rechenzentrum für kriminelle Geschäfte im Darknet betrieben haben. 

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