Alcatel-Lucent schnappt sich Netzbetrieb von Sunrise

3. Juni 2008, 12:04
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Sunrise lagert die Betreuung des eigenen Netzes an Alcatel-Lucent aus und verkauft das vor drei Jahren von Ascom übernommene Geschäft mit Inhouse-Kommunikationsanlagen an Aurelius. 520 Sunrise-Angestellte wechseln den Arbeitgeber.

Sunrise lagert die Betreuung des eigenen Netzes an Alcatel-Lucent aus und verkauft das vor drei Jahren von Ascom übernommene Geschäft mit Inhouse-Kommunikationsanlagen an Aurelius. 520 Sunrise-Angestellte wechseln den Arbeitgeber.
Der zweitgrösste Schweizer Telekom-Konzern Sunrise will Bau, Betrieb und Wartung des eigenen Mobilfunk- und Festnetzes an Alcatel-Lucent auslagern. Zudem gab Sunrise heute den Verkauf des Geschäftsbereichs Sunrise Business Communications (Telefonzentralen für Firmenkunden) an die Münchner Industrieholding Aurelius bekannt. Den Bereich SBC hatte Sunrise erst vor drei Jahren für 33,5 Millionen Franken von Ascom übernommen.
Im Rahmen dieser beiden Massnahmen wechseln 290 Mitarbeitende zu Alcatel-Lucent und 230 zu Aurelius. Damit wird Sunrise nur noch zirka 1600 Personen beschäftigen.
Alcatel-Lucent erwartet 550 Mio. Umsatz
Mit der Auslagerung der Netzbetreuung folgt Sunrise dem Beispiel anderer Telekom-Unternehmen Europas, die sich seit geraumer Zeit nur noch auf die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen sowie auf die Planung des Netzes konzentrieren. Sunrise betont, dass die Netzinfrastruktur inklusive Telekommunikationssysteme vollständig im eigenen Besitz bleiben. Der Telekom-Ausrüster Alcatel-Lucent betreut in der Schweiz seit Anfang Jahr auch das Netz von Orange. Für Sunrise hat der Telco-Ausrüster bisher nur "kleinere Sachen" gemacht, wie Sunrise-Sprecher Konrad Stokar gegenüber inside-it.ch sagt.
Alcatel-Lucent schreibt in einer Mitteilung, dass der erwartete Umsatz während der siebenjährigen Laufzeit bei rund 550 Millionen Franken liegt. Gegenüber der Nachrichtenagentur 'SDA' sagte Sunrise-Chef Christoph Brand: "Es ist auf jeden Fall signifikant, dass wir uns zur Auslagerung entschieden haben. Wir hätten das nicht gemacht, wenn wir dadurch nur eine Million Franken hätten einsparen können."
Gewerkschaft "sehr beunruhigt"
Das Projekt zur Übergabe der Netzbetreuung an Alcatel-Lucent hat bereits am 1. Juni begonnen. Die 290 Mitarbeitenden wechseln den Arbeitgeber per 1. August. Die operative Trennung soll bis Ende Januar 2009 abgeschlossen werden. Beim Verkauf des Geschäfts mit Inhouse-Kommunikationsanlagen SBC sieht der Fahrplan anders aus. Die Umsetzung fängt erst am 1. Juli an und soll bis Ende Juni 2009 dauern.
Den 520 bald ehemaligen Sunrise-Mitarbeitenden wird während einem Jahr gleichwertige Lohn- und Anstellungsbedingungen wie auch eine Standortgarantie zugesichert. Es sollen keine Kündigungen ausgesprochen werden. Die Gewerkschaft Kommunikation fordert in einer Mitteilung "Garantien für dauerhaft sichere Arbeitsplätze und für qualitativ gute Arbeitsbedingungen" und verlangt die Aufnahme von Verhandlungen mit Alcatel-Lucent und Aurelius. Sie sei über das Ausmass der anstehenden Restrukturierungen "sehr beunruhigt", so die Gewerkschaft. Die minimalen Forderungen seien aber erfüllt worden. (Maurizio Minetti)

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