Alibaba entlässt Manager nach Missbrauchsvorwürfen

9. August 2021, 14:47
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Der Vorstandsvorsitzende Daniel Zhang reagiert auf die Vorwürfe einer Mitarbeiterin und Medienberichte.

Der chinesische Technologiekonzern Alibaba hat einen des sexuellen Übergriffs verdächtigten Manager entlassen und will nun stärker gegen Belästigungen am Arbeitsplatz vorgehen. Dies gab Alibaba am 9. August bekannt. Allerdings stand das Unternehmen da schon medial wegen Inaktivität stark unter Beschuss.
Alibaba agierte erst, nachdem das Opfer – eine weibliche Mitarbeiterin – im internen Firmennetzwerk ihren Manager und einen Kunden des sexuellen Übergriffs beschuldigte und erklärte, Vorgesetzte wie auch die Personalabteilung hätten die Angelegenheit nicht ernst genommen und seien fünf Tage lang nicht tätig geworden. Zudem sei sie bei einem Treffen zum Trinken von Alkohol gezwungen worden. Der Vorfall soll sich in der Stadt Jinan im Osten Chinas ereignet haben.
In einem von 'BBC' eingesehenen Memo an Mitarbeitende des Unternehmens schrieb der Alibaba-Vorstandsvorsitzende Daniel Zhang, der der Vergewaltigung angeklagte Manager habe zugegeben, dass es "intime Handlungen" gegeben habe, während die Frau "berauscht" war.
In der Erklärung habe es weiter geheissen: "Er wird gefeuert und nie wieder eingestellt. Ob er eine Vergewaltigung oder gesetzeswidrige Unanständigkeit begangen hat, wird von den Strafverfolgungsbehörden festgestellt." Zwei weitere Chefs, die den Vorwürfen nicht nachgegangen seien, seien zurückgetreten.
Zudem sprach Zhang davon, unternehmensweit Präventionstrainings anbieten zu wollen. Konkret hiess es: "Dieser Vorfall ist eine Demütigung für alle Mitarbeitende von Alibaba. Wir müssen uns neu erfinden und wir müssen uns ändern."
Neben Medien und Öffentlichkeit fordern mittlerweile auch Mitarbeitende von Alibaba Gerechtigkeit und Massnahmen zum Schutz vor sexueller Gewalt. Eine interne Chat-Gruppe beim Messenger DingTalk zählte am 8. August mehr als 6000 Mitarbeitende.

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