Alle EM-Städte mit digitalem Polizei-Funknetz - nur Zürich nicht

29. Mai 2008, 14:45
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Rettungs- und Sicherheitskräfte in Bern, Genf und Basel funken digital und abhörsicher. Zürich wird erst 2009 an das System angeschlossen.

Rettungs- und Sicherheitskräfte in Bern, Genf und Basel funken digital und abhörsicher. Zürich wird erst 2009 an das System angeschlossen.
Siemens IT Solutions and Services (SIS) hat eine weitere Etappe des Mega-Projekts für Schweizer Rettungs- und Sicherheitskräfte realisiert. Seit zehn Jahren ist Siemens für den Aufbau eines digitalen Funknetzes für Polizei, Feuerwehr, Krankentransporte und Zivilschutz verantwortlich. Bislang haben etwas mehr als die Hälfte der Schweizer Regionen und Städte vom analogen auf den digitalen Funk umgestellt. Seit vergangenen April ist nun auch die Stadt Basel über den digitalen Bündelfunk vernetzt und damit laut SIS "einsatzbereit für die Fussball-Europameisterschaft".
Zürich noch nicht angeschlossen
Demzufolge ist die Stadt Zürich weniger bereit für die EM, denn sie ist die einzige Schweizer Euro-Stadt, die noch nicht am POLYCOM-System von Siemens angeschlossen ist - Bern und Genf sind bereits dabei. Stadt und Kanton Zürich sollen bis 2009 folgen. Als erste Region führte der Kanton Thurgau 2000 diese Lösung ein.
In Basel hat Siemens bisher 1300 mobile Handfunkgeräte geliefert. Der Auftrag hat ein Volumen von zirka 13 Millionen Franken. "Die Kooperation zwischen den einzelnen Beteiligten wird durch die Siemens-Lösung deutlich vereinfacht. Eine schnelle und zuverlässige Kommunikation ist bei Grossereignissen sehr wichtig" sagt der Leiter des Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz des Kantons Baselland, Marcus Müller.
Bis 2012 alle Kantone angeschlossen
Die Siemens-Lösung verbindet zum ersten Mal alle Blaulicht-Organisationen miteinander, die im Bereich Rettung und Sicherheit arbeiten. Über einen Gruppenruf, eine definierte, dreistellige Zahl, lassen sich alle Beteiligten im Katastrophenfall zusammenschalten – egal, ob auf nationaler, regionaler oder kantonaler Ebene. Die Einsatzkräfte können sich dann direkt in eine Gruppe einwählen, mithören und antworten. Die Gespräche sind verschlüsselt: Unerwünschte Zuhörer bleiben draussen, sagt Siemens.
Ende 2012 sollen alle 26 Kantone und über 50 Organisationen - vom kantonalen und kommunalen Polizeikorps über Feuerwehren, Rettungsorganisationen und Zivilschutz bis hin zum Grenzwachtkorps und der Militärpolizei - an das Bündelfunksystem angeschlossen sein. Ungefähr 700 Basisstationen sollen dann bis zu 30'000 Hand- und Fahrzeuggeräte versorgen. (Maurizio Minetti)

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