Alle Jahre wieder: Berner Steuerverwaltung vergibt freihändige Aufträge

6. Januar 2015, 10:22
  • e-government
  • dv bern
  • bedag
image

Aufträge für Wartung und Support der Nesko-Applikationen erneut ohne Ausschreibung an die Hersteller der Software vergeben.

Aufträge für Wartung und Support der Nesko-Applikationen erneut ohne Ausschreibung an die Hersteller der Software vergeben.
Am Silvestertag hat die Steuerverwaltung des Kantons Bern im kantonalen Amtsblatt und auf der Beschaffungsplattform Simap eine freihändige Vergabe publiziert. Dabei geht es um die Vergabe von IT-Dienstleistungsaufträgen (Wartung und Support) im laufenden Jahr für die sogenannten Nesko-Applikationen. Nesko steht für Neues Steuerkonzept. Dazu zählen die Veranlagungs- und Bezugssysteme für sämtliche Steuerarten, die Steuerregistersysteme, sowie die Steuerbuchhaltungssoftware. Zum Zug kommen die Firmen Bedag (4,5 Mio. CHF), Garaio (54'000), DV Bern (5 Mio.) und Inova Solutions (572'000). Der Gesamtwert beträgt demnach 10,1 Millionen Franken.
Es ist nicht das erste Mal, dass für die Wartung der Nesko-Anwendungen Aufträge ohne Ausschreibung vergeben wurden. Bereits vor einem Jahr gingen ähnlich grosse Zuschläge an die oben erwähnten vier Firmen, welche die Software ursprünglich auch entwickelt haben. In den letzten Jahren gingen die Aufträge jährlich stets an die gleichen Firmen und das Gesamtvolumen betrug immer ungefähr 10 bis 12 Millionen Franken.
Die Begründung für die wiederkehrenden freihändigen Vergaben ist die gleiche wie in den Vorjahren: Nur so könne "die Kontinuität der Dienstleistungen gewährleistet" werden. Im Zuschlag heisst es: "Die Veranlagungsanwendungen der Steuerverwaltung sind eng miteinander und mit ihren Umsystemen verknüpft. Die Anbieterinnen und Anbieter erbringen aufeinander eingespielte, vielfältige Dienstleistungen zur Produktionsunterstützung, die eine eingehende Kenntnis der Anwendungen und deren Anpassung voraussetzen. Ein Auseinanderfallen von Betriebs- und Entwicklungsverantwortung für einzelne Teile des komplexen und hochspezialisierten Nesko-Umfelds würde viele zusätzliche Schnittstellen und Abgrenzungsprobleme schaffen, die grosse Risiken für die ständige Verfügbarkeit der Anwendungen und damit die zeitgerechte Verarbeitung zur Folge hätten." Aufgrund des grossen öffentlichen Interesses an einer "reibungslos und zeitgerecht erfolgenden Verarbeitung" seien diese Risiken nicht hinnehmbar. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Ex-Digitalchef des BAG heuert bei Berner Fachhochschule an

Die BFH will mit Sang-Il Kim ihre digitalen Kompetenzen stärken: Auch Gert Krummrey von der Insel Gruppe stösst zum Medizininformatik-Bereich der Fachhochschule.

publiziert am 12.8.2022
image

BIT bricht Ausschreibung für schweizweite IKT-Stores ab

Kein externer Dienstleister hat eine Offerte eingereicht. Auf die heutigen Supportleistungen habe der Abbruch aber keine Auswirkung, erklärt uns das Bundesamt.

publiziert am 12.8.2022
image

Bündner Regierung schickt E-Gov-Gesetz in die Vernehmlassung

Der Kanton will im Rahmen seiner E‑Government‑Strategie die rechtlichen Grundlagen für die Digitalisierung der Verwaltung und den elektronischen Rechtsverkehr schaffen.

publiziert am 11.8.2022
image

Bundesrecht nun auch im XML-Format

Die Bundeskanzlei veröffentlicht das Bundesrecht ab sofort auch als maschinenlesbare XML-Daten. Damit können Inhalte in eigene Anwendungen übernommen werden.

publiziert am 11.8.2022