Alle Welt will Offshore sein

2. Oktober 2012, 14:12
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Harter Kampf um Offshoring-Arbeitsplätze: Mittlerweile bieten sich Dutzende von Ländern in allen Kontinenten als potentielle Standorte an.

Harter Kampf um Offshoring-Arbeitsplätze: Mittlerweile bieten sich Dutzende von Ländern in allen Kontinenten als potentielle Standorte an.
Immer noch ist Indien nach den mit Softwareentwicklung oder anderen IT-Services erzielten Umsätzen gemessen das IT-Offshoring-Land schlechthin, gefolgt von einigen anderen mittlerweile etablierten Near- und Offshoring-Standorten wie Brasilien, Polen oder Russland. Die Horde der Länder, die um die Aufmerksamkeit von potentiellen Kunden buhlen, wird aber immer grösser, und damit auch die Qual der Wahl für Service-Provider und deren Kunden.
Achtzig potentielle Standorte
Das Marktforschungsinstitut Gartner führt seit einiger Zeit eine Liste der dreissig besten Offshoring-Standorte weltweit. Zudem haben nicht weniger als fünfzig weitere Länder, so Gartner, entweder Initiativen gestartet, um ihre Attraktivität als Offshoring-Standort zu erhöhen, oder haben eigene IT-Service-Unternehmen, die sich nach Kunden im Ausland umschauen.
Auch IT Service Provider entwickeln zunehmend globale Produktionsmodelle, so Gartner. Während vor einigen Jahren noch meistens ein Standort in einem Billiglohnland gewählt wurde, schaut man sich nun nach Alternativen um. Dies wird meistens nicht getan, um bestehende Standorte beispielsweise in Indien zu ersetzen, sondern um sich zusätzliche Standbeine rund um die Welt zu schaffen und die Standortdichte zu erhöhen. Das Ziel sei es, jedem Kunden jederzeit den richtigen Service vom richtigen Standort aus zum richtigen Preis anbieten zu können. Dieser Trend zeigt sich längts auch bei den grossen IT-Service-Providern der Offshoring-Länder selbst, die zunehmend ebenfalls Filialen in weiteren Ländern eröffnen.
Indiens gegenwärtige IT-Industrie dürfte von dieser Entwicklung kaum bedroht sein, in Zukunft könnte aber die dominante Stellung des Subkontinents abbröckeln und ein grösserer Teil der Investitionen von Service-Providern oder -Bezügern in andere Länder wandern.
Die dreissig Top-Offshoring/Nearshoring-Länder
Die von IT-Service-Providern oder –Bezügern am häufigsten gewählten Standorte im asiatisch-pazifischen Raum sind Indien vor China und Malaysia, in der Region EMEA Polen vor Russland und Südafrika sowie Mexiko vor Brasilen und Argentinien in Lateinamerika.
Die Top-30-Offshoring-Länder weltweit (in alphabetischer Reihenfolge.)
Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA): Bulgarien, Maurizius, Marokko, Polen, Rumänien, Russland, Slovakien, Südafrika, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn und Weissrussland.
Asien / Pazifik: Bangladesch, China, Indien, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Sri Lanka, Thailand und Vietnam.
Nord- und Südamerika: Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Kolumbien, Mexiko, Peru und Uruguay.
Die fünzig Herausforderer
(in alphabetischer Reihenfolge.)
Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA): Ägypten, Algerien, Armenien, Bahrain, Dubai, Estland, Ghana, Irland, Isle of Man, Israel, Kenia, Kosovo, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Malta, Moldavien, Nigeria, Nordirland, Portugal, Saudi Arabien, Schottland, Senegal, Serbien, Slovenien, Spanien, Tunesien, Uganda, Wales und Zypern.
Asien / Pazifik: Australien, Neuseeland, Pakistan, Singapur und Taiwan.
Nord- und Südamerika: Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Jamaica, Kanada, Kuba, Nicaragua, Panama und Puerto Rico. (Hans Jörg Maron)

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