Allen gegen alle

30. August 2010, 09:59
  • international
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Google, Apple, Facebook, eBay, Netflix, Yahoo, Youtube: Microsoft-Mitbegründer und Multimilliardär Paul Allen zerrt vor Gericht, was Rang und Namen hat im Silicon Valley.

Google, Apple, Facebook, eBay, Netflix, Yahoo, Youtube: Microsoft-Mitbegründer und Multimilliardär Paul Allen zerrt vor Gericht, was Rang und Namen hat im Silicon Valley. Die IT-Giganten, heisst es in der Klage, verletzten vier Patente, die Allen besitzt. Die Technologien, auf denen Suchmaschinen und E-Commerce heute im Wesentlichen basieren, seien in den Neunzigern im Entwicklungslabor Interval Research Corp. entstanden. Allen hatte vor dem Platzen der Internetblase angeblich rund 100 Millionen Dollar in das Labor investiert. Bemerkenswert ist, dass der weltgrösste IT-Konzern und Allens unternehmerisches Mutterhaus Microsoft in der Klage nicht auftaucht. Zur Auswahl der Beklagten wollte ein Sprecher Allens gegenüber dem 'Wall Street Journal' keine Stellung nehmen.
Bei den patentierten Technologien handelt es sich um heute selbstverständliche Elemente von Social Networks und Suchmaschinen. In einem Fall geht es laut 'WSJ' um ein Tool, das Usern Links zu ähnlichen Inhalten vorschlägt wie die, die sie gerade auf dem Bildschirm haben. Oder zu Usern im selben Netzwerk, die ähnliche Interessen haben. In anderen Fällen geht es um Technologien, die zum Beispiel Börsenkurse oder Newsticker an der Peripherie des Browserfensters durchziehen lassen.
Allens Ziel: Die Beklagten sollen entweder seine Patente nicht mehr verletzen – das heisst, "seine" Technologien nicht mehr benützen. Oder aber, und darauf dürfte es schliesslich hinauslaufen, die Firmen bezahlen Allen Lizenzgebühren. "Wir glauben, dass Innovationen einen Wert haben", lässt sich jedenfalls ein Sprecher von Allens Firma Interval Licensing zitieren, über welche die Klage läuft. Ein amerikanischer Patentrechtsspezialist sagte jedenfalls gegenüber 'Reuters', Allens Klage solle ernst genommen und "nicht als Rohrkrepierer" betrachtet werden. Ebay und Facebook verurteilten die Klage als haltlos und kündigten energische Gegenwehr an. Klagen auf Patentverletzung sind laut 'WSJ' auf dem besten Weg, ein lukratives Geschäftsfeld zu werden. Das Volumen des Lizenzmarktes wird auf rund 500 Milliarden Dollar geschätzt. (aa)

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