Neue Allianz für digitale Transformation im Gesundheit­swesen

1. Februar 2021, 15:49
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Die IG eHealth gründet mit Verbänden die Allianz "digitale Transformation im Gesundheitswesen". Sie soll Prioritäten festlegen und Aktivitäten koordinieren.

Die Interessengemeinschaft (IG) eHealth will sich mit einer neuen Allianz vertieft mit dem Thema "digitale Transformation im Gesundheitswesen" beschäftigen. Diese soll 2021 zusammen mit interessierten Verbänden gegründet werden. Ziel sei es, Prioritäten und Kerninhalte gemeinsam festzulegen.
Ein Kick-Off-Event fand dazu in der letzten Januarwoche statt, wie die IG eHealth schreibt. Zahlreiche Akteure seien daran interessiert, ein geeignetes Gefäss der Zusammenarbeit zu haben. Die Gründungsversammlung soll im Frühjahr stattfinden. Interessierte Verbände aus dem Gesundheitswesen seien dazu eingeladen, heisst es weiter.
Ein Ziel der Allianz sei es, eine Diskussionsplattform zu schaffen. Gleichzeitig gehe es darum, gewisse Themenfelder, die für die Player der Gesundheitsbranche wichtig seien, zu koordinieren und gemeinsame Vorstösse zu verabschieden. So soll auch die politische Stosskraft gebündelt werden, wie ausgeführt wurde.

Dauerthema Patientendossier

Ein Thema der neuen Allianz wird das elektronischen Patientendossiers (EPD) sein. Die IG eHealth begrüsst zwar die Einführung des EPD. Allerdings müssen gemäss der Interessengemeinschaft noch einige Probleme gelöst werden. In der Traktandenliste des Kick-off-Meetings erwähnt werden unter anderem die Zertifizierungsregeln und auch die Anreize für Patienten.
Der Zertifizierungsprozess der Stammgemeinschaften, die für den Betrieb des EPD verantwortlich sind, zieht sich hin. Die EPD-Einführung wurde deshalb schon mehrfach verschoben. Zuletzt hiess es, dass erste Stammgemeinschaften 2020 mindestens den Pilotbetrieb aufnehmen und somit Interessierte im Frühling 2021 EPDs eröffnen könnten.
Nun aber gab das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats (GPK-N) an, dass der Prozess erst "bis Mitte 2021 grösstenteils abgeschlossen sein sollte". Als Grund für die Verspätung nannte das BAG die "Komplexität beim Zertifizierungsprozess der sogenannten Stammgemeinschaften". Diese sei unterschätzt worden.
Bevor die Stammgemeinschaften ihren Betrieb aufnehmen können, müssen sie von einer Zertifizierungsstelle geprüft werden. Allerdings müssen auch letztere zuerst akkreditiert werden.
Das Zertifikat Zertifikat bereits erhalten haben die Stammgemeinschaft eHealth Aargau sowie die Stammgemeinschaft Südost. 
Wie aus dem Bericht der GPK-N weiter hervorgeht, unterstützt das BAG die Einführung des EPD mit Subventionen in der Höhe von 30 Millionen Franken. Gleichzeitig engagieren sich die Kantone finanziell in den Stammgemeinschaften. Laut BAG gibt es unter anderem wegen der Verzögerungen Bedenken bezüglich der betriebswirtschaftlichen Situation der als systemrelevant eingestuften Stammgemeinschaften, heisst es weiter. 

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