Allianz wird zum Software-Anbieter

14. November 2019, 13:40
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Der Versicherer wird Teile der eigenen Plattform über Microsoft Azure verkaufen.

Der Versicherer wird Teile der eigenen Plattform über Microsoft Azure verkaufen.
In einer Partnerschaft mit Microsoft will Allianz zum Software-Anbieter für die Branche werden. Europas grösster Versicherer bietet eine Vielzahl von Produkten für Privat- wie Unternehmenskunden – von Unfall- und Lebensversicherungen über Rechts- und Betriebsschutz hin zu Gebäude- und Cyber-Versicherungen.
Nun will Allianz wesentliche Teile seines hauseigenen Software-Systems ABS (Allianz Business System) anderen Unternehmen der Versicherungsbranche auf Microsofts Cloud Azure anbieten. Dies teilen die Firmen in einer gemeinsamen Mitteilung mit.
Konkret werde das von der Allianz gegründete B2B2X-Insurtech Syncier Versicherern eine konfigurierbare Version der Core-Versicherungslösung ABS anbieten. Zudem werde der Quellcode von Teilen des Systems als Open-Source-Software zur Verfügung gestellt, sodass externe Entwickler neue Funktionen entwickeln und einbauen können. 2018 hatte Microsoft Github gekauft. Die Plattform kommt bei der Kooperation mit dem Münchner Versicherungskonzern ins Spiel: "Die Allianz wird einen Teil ihrer wichtigsten Kompetenzen bei Github einbringen, damit Softwareentwickler anderer Unternehmen diese gemeinsamen Module nutzen können, um zusätzliche Funktionen auf der offenen Plattform zu bauen", sagte Jean-Philippe Courtois, EVP und President, Microsoft Global Sales, Marketing & Operations.
Gleichzeitig wolle der Versicherer über Azure einen Marktplatz bieten, über den auf die Versicherungsbranche zugeschnittene, marktreife Lösungen vertrieben werden sollen. Solche Lösungen können laut Mitteilung beispielsweise Kundendienst-Chatbots oder KI-basierte Betrugserkennungssysteme sein. Der Marktplatz ermögliche es Allianz-Software-Kunden, die verfügbaren Lösungen per Plug-and-Play zu implementieren.
Veraltete Software in der Branche
Ein Hintergrund des Bündnisses ist, das viele Versicherungen mit veralteten Software-Systemen zu kämpfen, die aufwendig und teuer zu managen sind. "Mit dieser Partnerschaft verfolgen die Allianz und Syncier das Ziel, das Konzept Insurance-as-a-Service in Form modernster Lösungen in Microsoft Azure umzusetzen. Die ABS Enterprise Edition ist sowohl für grosse Versicherer, die ihr überholtes IT-System ersetzen müssen, als auch für kleinere Marktteilnehmer – etwa Insurtechs, die auf der Suche nach einer skalierbaren Versicherungsplattform sind, bestens geeignet", so Allianz-COO Christof Mascher. "Wir wollen diese strategische Partnerschaft auch für die Weiterentwicklung, die Migration, Richtung Cloud nutzen."
Allianz nutze ABS weltweit als Plattform für alle Geschäftsfelder und wickele 60 Millionen Verträge darüber ab. Microsoft wolle ABS Enterprise Edition langfristig als Branchenlösung unterstützen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Microsoft sich mit zehn Prozent an der Allianz-Tochter Syncier beteiligt.
Für Microsoft ist das Bündnis mit der Allianz nicht die erste Initiative dieser Art. Im April stellten die Redmonder mit BMW eine Technologieplattform für Auto- und Fertigungsindustrie mit ähnlicher Zielrichtung vor. "Wir sehen auch in anderen Branchen den Trend zu offenen Plattformen", so Microsoft-Manager Courtois. (kjo)

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