Alpiq lagert IT an Fujitsu aus - RZs werden nach Deutschland verlagert

20. November 2014, 13:16
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Fujitsu übernimmt die betroffenen Alpiq-Mitarbeitenden - zumindest während der Transformationsphase.

Fujitsu übernimmt die betroffenen Alpiq-Mitarbeitenden - zumindest während der Transformationsphase.
Der Schweizer Energiekonzern Alpiq hat einen Outsourcing-Vertrag mit Fujitsu abgeschlossen. Der IT-Dienstleister übernimmt die bisher von Alpiq selbst betriebenen Datenzentren in der Schweiz und migriert sie nach Deutschland. Aus den bisher vier RZs sollen noch zwei werden, die in Neckarsulm und Neuenstadt aufgebaut werden. Der Auftrag, der auch verschiedene weitere Services umfasst, hat eine Laufzeit von sieben Jahren und laut Fujitsu ein Volumen im "oberen zweistelligen Millionenbereich".
Bei Alpiq sind rund 15 Mitarbeitende betroffen. Fujitsu übernimmt alle entsprechenden internen IT-Mitarbeitenden von Alpiq. Den freien Mitarbeitern werde von Fujitsu die Übernahme ihrer Verträge angeboten, so der IT-Dienstleister. Heisst das, dass sie nach Deutschland zügeln müssten, um ihre Arbeit zu behalten? Die Transformationsphase für das Projekt, so erklärte uns Fujitsu-Sprecher Carsten Krenz auf Anfrage, habe erst gerade am 1. November begonnen und werde noch einige Zeit andauern. Während dieser Phase werde sich für die betroffenen Mitarbeitenden, ausser dass sie einen neuen Arbeitgeber haben, im Prinzip nichts ändern. Darüber, wie lange die Transformationsphase dauern wird und was danach mit den betreffenden Mitarbeitenden geschehen könnte, wolle sich Fujitsu nicht äussern.
Endkundendaten bleiben in der Schweiz
Problematisch könnte eine Verlagerung der Daten von Schweizer Alpiq-Kunden in ein anderes Land sein, auch wenn Deutschland in Sachen Datenschutz einen ähnlich guten Ruf wie die Schweiz hat. Schliesslich werden beispielsweise Stromverbrauchsdaten im Zuge des Trends zum Smart Metering immer detaillierter, und damit auch bezüglich des Schutzes der Privatsphäre heikler.
Bei Alpiq hat man sich natürlich vor der Vergabe des Auftrags auch um dieses Thema gekümmert. Wie uns Mediensprecher Richard Rogers erklärte, werden die angesprochenen Daten von Schweizer Endkunden eben nicht nach Deutschland ausgelagert, sondern bleiben in der Schweiz: "Das von Ihnen angesprochene Risiko, beispielsweise jenes des Smart Metering, stellt sich damit nicht." Auch in anderen Beziehungen stelle das Outsourcing nach Deutschland kein Datenschutzproblem dar, so Rogers: "Alle relevanten Themen des Datenschutzes wurden im Vorfeld genau abgeklärt. Mit der vorliegenden Lösung werden alle konzern- und landesspezifischen Richtlinien eingehalten. Die deutschen Datenschutzbestimmungen sind mit jenen der Schweiz vergleichbar. Die Datensicherheit ist in gleichem Masse gewährleistet."
Fujitsu schlägt Swisscom und T-Systems
Fujitsu konnte sich laut eigenen Angaben bei der Ausschreibung des Auftrags gegen zehn Konkurrenten durchsetzen, darunter Swisscom und T-Systems. Der Auftrag umfasst wie erwähnt die Übernahme, Migration und den Betrieb der Datenzentren für Alpiq und die Reduktion von vier auf zwei Datenzentren. Dazu kommt die zusätzliche Bereitstellung sowohl von Infrastructure- als auch Platform-as-a-Service-Ressourcen. Nicht nur die Infrastruktur, auch die Prozessverantwortung für die Services geht von Alpiq zu Fujitsu über. Nach der Migrationsphase und bei stabilem Betrieb sollen auch neue Services entwickelt werden.
Weitere Bestandteile des Vertrags sind unter anderem Netzwerkservices (LAN, Internetzugang) und eine Konsolidierung von Lizenzen im Bereich Collaboration, beispielsweise für Exchange, Lync und Sharepoint. Die dafür verwendeten Speicherressourcen sollen überprüft und redimensioniert werden, ebenso wie der Aufwand für den Service Desk. (Hans Jörg Maron)

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