Also: Anzeichen einer Markt-Abkühlung spürbar

22. April 2008, 08:35
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Volumenmässig stagnierender Markt in der Schweiz, Disti-Preiskrieg in Deutschland, frostiger Frühling im Baltikum und in Polen.

Volumenmässig stagnierender Markt in der Schweiz, Disti-Preiskrieg in Deutschland, frostiger Frühling im Baltikum und in Polen.
Der in der Schweiz, Deutschland, Skandinavien und den baltischen Staaten aktive Schweizer IT-Distributor Also hat anlässlich der Veröffentlichung seiner Bilanz für das erste Quartal dieses Jahres einige interessante Bemerkungen zur Marktsituation in Europa gemacht. So berichtet Also davon, dass in seinem (als Broadliner natürlich Hardware- und PC-lastigen) Markt in Teilen Europas erste Anzeichen einer Abkühlung sichtbar seien. Insbesondere der PC-Markt, so Also, dürfte in den meisten europäischen Ländern im ersten Quartal 2008 verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahres wertmässig kaum gewachsen oder sogar rückläufig gewesen sein. (Also selbst konnte allerdings – siehe unten – trotzdem sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zulegen.)
In der Schweiz und in Deutschland, so Also weiter, sei das gesamte Marktvolumen ungefähr auf dem gleichen Niveau geblieben, wie vor einem Jahr. In Deuschland habe zudem ein Preiskrieg, der von zwei Konkurrenten vom Zaun gebrochen worden sei, eine Reduktion der Bruttomarge für alle Marktteilnehmer bewirkt.
In den baltischen Staaten und Polen haben sich die Märkte gemäss Also "spürbar abgekühlt". Obwohl der Disti in dieser Region einen Umsatzrückgang von 7 Prozent auf 145 Millionen Franken hinnehmen musste, geht er davon aus, dass der Marktanteil in etwa stabil geblieben sei.
Insgesamt dürften die Verantwortlichen bei Also mit den Zahlen des ersten Quartals trotzdem noch recht zufrieden sein. Der Quartalsumsatz des Konzerns stieg verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahrs um 8 Prozent auf 1,297 Milliarden Franken und der Betriebsgewinn um 9 Prozent auf 15,6 Millionen Franken. In der Schweiz und in Deutschland stieg der Umsatz zusammengenommen, allerdings vor allem aufgrund des Wachstums in unserem nördlichen Nachbarland, um 22 Prozent auf 743 Millionen Franken.
Der konsolidierte Reingewinn des Konzerns lag jedoch mit 3,3 Millionen Franken nur leicht über dem des Vorjahresquartals. Das war gemäss Also vor allem auf höhere Finanzierungskosten zurückzuführen. Zudem arbeitete Also in Schweden und Norwegen noch nicht profitabel.
In seiner Prognose für den Rest des Jahres ist Also angesichts der Unsicherheit auf den Märkten vorsichtiger geworden. Darüber, ob die ursprünglich erwarteten 30 Millionen Franken Konzerngewinn noch erreicht werden könnten, werde erst die weitere Marktentwicklung, vor allem im zweiten und dritten Quartal, entscheiden. Also will die Aussichten nach der Veröffentlichung seines Halbjahresergebnisses neu beurteilen. (Hans Jörg Maron)

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