Also doch: SAP-Management wusste vom Datenklau bei Oracle

29. Oktober 2010, 09:29
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Eingeständnis im TomorrowNow-Urheberrechtsstreit dürfte SAP teuer zu stehen kommen.

Eingeständnis im TomorrowNow-Urheberrechtsstreit dürfte SAP teuer zu stehen kommen.
Unerwartete Kehrtwende kurz vor Prozessbeginn zwischen dem US-amerikanischen Softwarekonzern Oracle und dem deutschen ERP-Riesen SAP. In einer Eingabe an das US-Gericht hat SAP erstmals zugegeben, von den Urheberrechtsverletzungen der US-Tochter TomorrowNow gewusst zu haben. Bereits im August hatte SAP die Vorwürfe nicht mehr bestritten und erklärt, man werde auch finanziell die Verantwortung für die Fehler übernehmen. Allerdings bestritt SAP bisher vehement, über die Vorgänge bei TomorrowNow Kenntnis gehabt zu haben.
Mit dem Eingeständnis will der deutsche Konzern das Verfahren verkürzen. "Oracle hat offenbar vor, einen wochenlangen Prozess dafür zu nutzen, seinen Wettbewerbern Schaden zuzufügen", heisst es im Schreiben von SAP. Oracle verlangt vom Gericht nun die Verschiebung des Prozessauftaktes auf kommenden Donnerstag. SAP wiederum besteht auf einen pünktlichen Prozessauftakt am kommenden Montag.
TomorrowNow bot als Drittanbieter Softwarewartung und -Support für Unternehmen an, die Produkte der von Oracle übernommenen Firmen PeopleSoft und Siebel im Einsatz haben, und unterbot dabei die Preise, die Oracle selbst für diese Services verlangte. Oracle wirft TomorrowNow vor, im Rahmen seiner Tätigkeit die Zugänge von Kunden benutzt zu haben und illegalerweise Supportmaterial und Software von Oracle heruntergeladen und verwendet zu haben.
Mit dem nun erfolgten Eingeständnis des SAP-Managements dürfte auch die Schadensersatzsumme steigen. Diese liegt wohl näher an den 2 Milliarden Dollar, die Oracle fordert als bei den 40 Millionen, die SAP bisher vorgeschlagen hat. (Thomas Bruehwiler)

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