Also hervorragend in den Stammlanden

9. November 2007, 10:52
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Marc Schnyders "Druckverband" gegen den Cash-Drain in Schweden und Norwegen beginnt zu wirken.

Marc Schnyders "Druckverband" gegen den Cash-Drain in Schweden und Norwegen beginnt zu wirken.
Der paneuropäische Distributionskonzern Also kann für das dritte Quartal hervorragende Zahlen für das Geschäft in den Stammlanden ausweisen, während die skandinavisch/osteuropäische GNT erstmals einen kleinen Gewinn verbuchen konnte.
In Deutschland und der Schweiz konnte Also den Umsatz im 3. Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent (!) auf 705 Millionen Franken steigern. In den ersten neun Monaten des Jahres "drehte" der Konzern alleine in den Stammlanden 1,9 Milliarden Franken und verdiente dabei 18 Millionen Franken. "In Deutschland haben wir klar Marktanteile gewonnen," sagt Also-Schweiz-Chef Marc Schnyder. "In Zeiten der Konsolidierung können Firmen, die eine konstante und gradlinige Strategie haben, profitieren," so Schnyders Erklärung für das rasante Wachstum in Deutschland. In der Schweiz, wo Also als unbestrittene Nummer 1 im Kerngeschäft nur noch schwer wachsen kann, zahlen sich die Investitionen in neue Geschäftsfelder wie das VAD-Geschäft und Consumer-Electronics / Supplies offenbar aus.
Gelingt der Turnaround in Schweden?
Auch die vor gut einem Jahr übernommene skandinavisch / osteuropäische GNT steht unterdessen besser da. GNT litt unter massiven Problemen in den Niederlassungen in Schweden und Norwegen, die sie selbst erst im Februar 2006 gekauft hatte.
GNT machte im Q3 einen Umsatz von 536 Millionen Franken und verdiente eine Million. In den ersten neun Monaten häufte GNT bei einem Umsatz von 1,6 Milliarden Franken einen Verlust von 18 Millionen an. 12 Millionen Franken flossen alleine in Schweden ab.
Hier hat das Management des Also-Konzerns, unter anderem in der Person des Distributions-Veteranen Marc Schnyder die Führung übernommen und rasch restrukturiert. So wurde die Führung ausgewechselt, man hat Stellen abgebaut und die Zahl der distribuierten Hersteller massiv reduziert. Ob der Turnaround definitiv gelingt, werde man nächstes Jahr sehen, sagt Schnyder. Auch im Wachstumsmarkt Polen habe man die Strategie der Konzentration auf wenige, führende Hersteller umgesetzt, so Schnyder.
Einen "Vorteil" haben die miesen Resultate von GNT: Also besitzt nämlich erst 50,1 Prozent von GNT und kann den Rest der Aktien bis 2010 übernehmen. Der Preis hängt von der Profitabilität von GNT ab - die bis heute angehäuften Verluste reduzieren diesen also.
FuW: Esprinet soll Also kaufen
Die Wirtschaftszeitung 'Finanz & Wirtschaft' forderte Ende Oktober in einem längeren Artikel, der Schindler-Konzern solle seine Beteiligung an Also verkaufen, um den Distributor / Logistiker "in die unternehmerische Freiheit zu entlassen." Als Käufer schlägt die FuW keck den italienisch / spanischen Distributor und Also-Partner Esprinet vor.
Doch Esprinet ist mit einem Umsatz von 1,9 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 2007 kleiner als Also mit 2,2 Milliarden Franken. Zudem scheint auch Esprinet unter leichten "Verdauungsproblemen" zu leiden. Die im Vergleich hervorragenden Margen, die Esprinet erzielt, sind in diesem Jahr gesunken. Zudem stellt sich die Frage, wie Esprinet nicht nur den Kauf der Also-Gruppe, sondern auch deren Betrieb finanzieren sollte. (Christoph Hugenschmidt)

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