Also senkt Frachtkosten für Reseller

23. Mai 2006, 16:32
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Tiefere Portokosten für die grosse Mehrheit, Neuverhandlungen für "portointensive" Grosskunden

Tiefere Portokosten für die grosse Mehrheit, Neuverhandlungen für "portointensive" Grosskunden
Was könnte es langweiligeres geben, als Berichte über die Portoregelungen von einzelnen Distributoren? Weit gefehlt. Denn die Schweizer Distributoren haben sich in den letzten Jahren einen intensiven Wettbewerb bei den Frachtkosten geliefert - so intensiv dass wir dafür gar den Begriff Portokrieg erfanden.
Der Schweizer Disti-Primus lancierte im Juni 2002 die "Porto-Offensive": Wer Also erlaubte, Bestellungen über 48 Stunden zusammenzuziehen, bezahlte 40 % weniger Frachtkosten. Nun folgt Schritt zwei: Also senkt ab 1. Juli die Kosten für die grosse Mehrheit der Lieferungen bis 10 kg von 18 auf 15 Franken - wer sich innert 48 Stunden beliefern lässt, bezahlt statt 10.80 nur noch 9 Franken. "90 Prozent unserer Kunden werden durch diese Massnahme tiefere Portokosten haben," versichert Also-Chef Marc Schnyder.
Auch beim Mindermengen-Zuschlag werden die Kunden ab Juli besser bedient. Neu gilt eine Bestellung unter 150 Franken als zuschlagspflichtige Kleinmenge (Zuschlag: 10 Franken). Bisher war ein Zuschlag von 15 Franken bei Bestellungen unter 300 Franken fällig.
Ab Anfang 2007 werden die Also-Kunden im elektronischen Bestell- und Informationssystem übrigens auch die genauen Portokosten auslesen können und damit die Offerten für die Endkunden besser kalkulieren können. Zudem werden Reseller motiviert, ihr Bestellverhalten zu optimieren und so ihre Frachtkosten in den Griff zu bekommen.
Portointensive Grosskunden werden weniger bevorzugt
Eine weitere Neuerung betrifft jene Also-Grosskunden, die aufgrund von Spezialabkommen bisher portofrei beliefert wurden. Jene Grosskunden, die sehr viele Bestellungen mit geringem Wert abgesetzt haben und die damit überdurchschnittlich profitierten, werden sich in Zukunft über Portopauschalen vermehrt an den Speditionskosten beteiligen müssen. Dies betrifft vor allem Webshops, die keine oder nur eine sehr kleine eigene Logistik haben und jährlich Abertausende von Bestellungen mit Direktlieferung an ihre Kunden abwickeln.
Schnyder glaubt aber nicht, dass wegen diesem Schritt viele Kunden abspringen werden. "Wir haben viel Aufklärungsarbeit geleistet. Die meisten Kunden verstehen den Schritt."
Logistik statt Preiskämpfe
Für Reseller und VARs stellen die Transportkosten angesichts der tiefen Margen im Hardware-Geschäft einen erheblichen Anteil an den Unkosten dar und für Distributoren können sie gar den Unterschied zwischen roten und schwarzen Zahlen ausmachen.
Die Leute beim Emmener Disti Also sind als akribische Zahlenfuchser bekannt. So gibt es bei Also seit Jahren ein genaues Controlling der Versandkosten. Damit kann der Emmener Marktführer seinen Mitbewerb dort angreifen, wo er seine eigenen Stärken hat: Bei Logistik und Informatik. Dass Also in dem Moment, wo die von HP getriebenen Preiskämpfe abgeflaut sind, die Porti für Reseller senkt, ist ein Ausdruck davon. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Also ist als "Launchpartner" ein wichtiger Marketingkunde unseres Verlags. Die meisten grossen Mitbewerber aber auch.)

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