Also-Sparkurs zahlt sich aus

28. Juli 2009, 08:59
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Der paneuropäische Distributor Also konnte den Reingewinn trotz massivem Umsatzrückgang steigern. Gestopfte Verlustquellen - weiterhin rasante Marktanteilsgewinne in Deutschland.

Der paneuropäische Distributor Also konnte den Reingewinn trotz massivem Umsatzrückgang steigern. Gestopfte Verlustquellen - weiterhin rasante Marktanteilsgewinne in Deutschland.
Der paneuropäische Distributor Also hat heute die Geschäftszahlen des ersten Halbjahrs 2009 veröffentlicht. Während der Umsatz des Konzerns wenig überraschend massiv, nämlich um 14 Prozent, auf noch 1'949 Millionen Franken eingebrochen ist, erholte sich der Reingewinn. Er betrug 8,6 Millionen Franken gegenüber nur 2,1 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2008. Erreicht wurde dieses in Anbetracht der Konjunktur sehr gute Ergebnis aus zwei Gründen: Einerseits wurden die Verlustquellen in Skandinavien und Osteuropa (Schweden, Polen, Norwegen) gestopft und andererseits fiel der Finanzierungsaufwand dank der konsequenten Reduktion des Lagerbestands tiefer aus.
Auf der Ebene des Betriebsgewinns schlug der Umsatzverlust allerdings voll durch: Der operative Gewinn sank von 29,3 Millionen Franken im ersten Semester 2008 auf 21,5 Millionen Franken. Doch auch dies ist als gutes Resultat zu werten, da es offenbar gelungen ist, die Kosten durch die Weitergabe von Transportkosten und Stellenabbau fast im Gleichtakt mit Umsatzverlust zu senken. Zudem hat Also wie angekündigt die Marge mit Preiserhöhungen verteidigt.
Weiter Marktanteilsgewinne in Deutschland
In Deutschland und der Schweiz sank der Umsatz von Also von 1,438 auf 1,339 Milliarden Franken. Der Rückgang ist allerdings vor allem auf den billiger gewordenen Euro zurückzuführen, da Also in Schweizer Franken bilanziert. In der Schweiz ist der Umsatz von Also gesunken, während er in Deutschland gegenüber der Vorjahresperiode sogar gesteigert werden konnte. Dies kann nichts anderes bedeuten, als dass Also in Deutschland noch einmal massiv Marktanteile gegenüber den wichtigsten Konkurrenten (Ingram Micro, Tech Data, Actebis) gewinnen konnte.
Ausserdem konnte Also den Betriebsgewinn in der Schweiz und Deutschland trotz schlechter Konjunkturlage von 12 auf 17,5 Millionen Franken steigern. Die Strategie, im Gleichtakt Kosten zu reduzieren und Preise und Frachtkosten zu erhöhen, scheint also aufzugehen.
Umsatzeinbruch in Osteuropa
Wenig überraschend ist der massive Umsatzeinbruch in Osteuropa und Skandinavien. Während der Umsatz in Finnland gemäss Also mehr oder weniger gehalten werden konnte, brach er in Norwegen und vor allem im Baltikum regelrecht ein. Insgesamt erzielte Also in Osteuropa und Skandinavien einen Umsatz von 609 Millionen Franken (minus 27 Prozent). Vom harten Kostenmanagement des Konzerns spricht der Umstand, dass trotzdem nur ein kleiner Betriebsverlust von 200'000 Franken anfiel.
Massiver Stellenabbau - aber wo?
Konzernweit hat Also die Anzahl der Stellen um 14 Prozent von 1'714 auf 1'476 reduziert. In welchen Ländern dieser doch substantielle Stellenabbau anfiel, kommuniziert Also nicht. (Christoph Hugenschmidt)

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