Also: Viel Glanz aber immer noch Schwedischer Blues

10. August 2007, 10:36
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Glanzresultat in Deutschland und der Schweiz, fast 20 Millionen Franken Verlust in Schweden.

Glanzresultat in Deutschland und der Schweiz, fast 20 Millionen Franken Verlust bei GNT.
Das geflügelte Wort von dem "lachenden und dem weinenden Auge" dürfte momentan auf Also-Chef Thomas Weissmann voll zutreffen. In der Schweiz und in Deutschland entwickeln sich die Geschäfte des hiesigen Marktführers in der IT-Distribution bestens, aber mit der Übernahme der finnischen GNT Group im letzten September hat Also zumindest vorerst einen sehr grossen "Schuh" aus dem Wasser gezogen.
Nachdem Also schon vor rund einem Monat erklärte, dass der Konzern durch die Verluste bei GNT im ersten Halbjahr 2007 unter dem Strich fünf bis sieben Millionen Franken Verlust werde einstecken müssen, wurden diese Zahlen heute detailliert: Bei der neu übernommenen Tochter resultierte ein Reinverlust von 19.2 Millionen Franken, verursacht vor allem von der schwedischen Länderniederlassung. Insgesamt stieg der Umsatz der GNT Group im ersten Halbjahr leicht, von 1,01 auf 1,07 Milliarden Franken. Mit Ausnahme von GNT Schweden konnten alle GNT-Gesellschaften den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr steigern.
In den letzten vier Monaten 2006 hatte GNT dem Also-Konzern bereits einen Verlust von 11,6 Millionen Franken beschert, was dazu führte, dass weitere Expansionpläne vorerst auf Eis gelegt werden mussten, dass GNT nach der Integration 15 bis 20 Millionen Franken zum Konzerngewinn beitragen werde.
Der Tunrnaround wurde bei GNT Schweden also auch im ersten Halbjahr noch nicht geschafft. Wie uns Maya von Krannichfeldt erklärte, leidet die dortige Niederlassung neben hohen Kosten unter anderem auch unter dem schwierigen Umfeld. Im Markt herrscht Nullwachstum und es gibt viele starken Konkurrenten, die eine ähnliche Grösse aufweisen, was zu unbefriedigenden Umsätzen und niedrigen Bruttomargen führt. Die ergriffenen Massnahmen, so hofft Also, sollen nun aber im zweiten Halbjahr so weit greifen, dass auch in Schweden ein ungefähr ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden kann.
Neben den hartnäckigen dunklen Wolken in Schweden glänzte dafür die andere Seite der Medaille bei Also, das Geschäft in der Schweiz und in Deutschland, umso stärker. Obwohl der Markt im traditionellen Kerngeschäft von Also, dem PC-Markt, insgesamt rückläufig war, konnte man in beiden Ländern den Umsatz kräftig steigern. In der Schweiz stieg er um 9 Prozent, in Deutschland sogar um 22 Prozent. Insgesamt resultierte für die beiden Länder ein Umsatzwachstum von 16 Prozent auf 1,20 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn wuchs um kräftige 68 Prozent auf 17,6 Millionen Franken und der Reingewinn um 72 Prozent auf 11,7 Millionen Franken. Gemäss Von Krannichfeldt profitierte Also in der Schweiz weiterhin von seinem Ruf der hohen Qualität sowie dem Fokus auf führende Hersteller, die in der letzten Zeit Marktanteile gewonnen haben. In Deutschland sei die Umsatzsteigerung vor allem auf neu gewonnene Kunden und den Einbezug neuer Hersteller (Wie Asus, Logitech oder Samsung) zurückzuführen.
Insgesamt verbuchte der Also-Konzern im ersten Halbjahr bei einem Umsatz von 2,27 Milliarden Franken einen Konzernverlust von 7,5 Millionen Franken. Wie erwähnt glaubt man in der Führungsetage, dass die Verluste in Schweden im zweiten Halbjahr ausgemerzt werden können. In der zweiten Hälfte des Jahres erwartet der Konzern so einen Reingewinn von rund 14 Millionen Franken. Für das gesamte Geschäftsjahr prognostiziert Also einen Jahresumsatz von 4,5 bis 5 Milliarden Franken und einen Gewinn von 5 bis 7 Millionen Franken. (Hans Jörg Maron)

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