Also: Vom Software-Disti zum Lösungsanbieter

20. Juni 2014, 13:20
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Der IT-Distributor Also hat sich in den letzten dreissig Jahren vom Grosshändler zum Logistiker gewandelt. Bald lanciert der Konzern neue Services für Cloud-Angebote, Logistik und Software-Verkauf.

Der IT-Distributor Also hat sich in den letzten dreissig Jahren vom Grosshändler zum Logistiker gewandelt. Bald lanciert der Konzern neue Services für Cloud-Angebote, Logistik und Software-Verkauf.
In einem malerisch gelegenen Gemeindehaus im nidwaldnerischen Hergiswil am Vierwaldstättersee sassen am 10. Februar 1984 drei Herren zusammen. Bruno Gabriel, Uli Sigg und Elmar Wohlgensinger gründeten damals die Firma Also. Also? Bruno Gabriel kam auf den Namen: "Alle reden vom Mikrocomputer - Also packen wir's an." Keine drei Wochen zuvor hatte der Apple-Gründer Steve Jobs in den USA den ersten Macintosh vorgestellt. Es war die Geburtsstunde der grafischen Benutzeroberfläche und der PC-Ära.
Es sollte jedoch eine Weile dauern, bis Also den Handel mit Macintosh-Rechnern starten konnte. Auch IBM, Hewlett-Packard und Compaq kamen erst später hinzu. Anfänglich war Also vor allem auf den Handel mit Software - von Microsoft - spezialisiert. Schon bald aber avancierte Also zum grössten Schweizer IT-Distributor. Den "Disti Award" von 'IT Reseller' scheint Also abonniert zu haben. Dreissig Jahre später existiert Also immer noch, doch das Unternehmen hat sich gewandelt. Die klassische Distribution bleibt zwar das Brot- und Buttergeschäft, doch ab Ende der Neunzigerjahre hat Also diversifiziert: Dienstleistungen, Komplettlösungen und vor allem eine breite Palette von Logistik-Services für diverse Unternehmen wie die Post, Swisscom, Sunrise und Orange gehören zum Angebot.
Drei neue Services in der Pipeline
Auf die vergangenen dreissig Jahre mochte der aktuelle Managing Director von Also Schweiz, Harald Wojnowski, nicht eingehen. "Viel wichtiger ist der Blick nach vorne", sagte Wojnowski heute Morgen im luzernischen Emmen am Hauptsitz des Milliardenkonzerns. "Das Service-Geschäft ist heute ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie".
Eine der strategisch wichtigsten Übernahmen von Also in den letzten Jahren war der Kauf von Nervogrid zu Beginn dieses Jahres. Die onlinebasierte Plattform erlaubt es Also, einen Marktplatz für Cloud-Dienstleistungen anzubieten, wo Service-Anbieter und Reseller Angebote austauschen können. Also selbst fungiert nur als Vermittler. Aktuell läuft noch ein Pilotprojekt, das bis August abgeschlossen werden soll. "Bis dahin werden wir zehn hoch motivierte Partner ausgewählt haben", sagt Wojnowski. Erste Services sollen ab Ende Jahr ausgerollt werden.
Ebenfalls noch dieses Jahr wird Also den Service "MyDelivery" lancieren. Händler, die ihre Ware über Also beziehen, werden ihren Endkunden nach dem Abschluss einer Bestellung eine SMS schicken können mit einem Link. Dort können die Kunden bestimmen, wann und wo ihre Ware ausgeliefert werden soll. Wie bei Brack.ch wird es auch in diesem Fall möglich sein, Pakete am Kiosk abzuholen. Urs von Ins, Managing Director Services bei Also, sagte, dass man alle grossen Logistiker einbinden könne - Post, Nilo, Valora oder Planzer.
Das dritte neue Angebot basiert auf der Übernahme von Atomblock. Der bei Also dafür zuständige Projektmanager Ivan Legnini sagte, man fokussiere primär auf Consumer-Software. Anfänglich stehen Produkte von Microsoft, Adobe, G-Data und F-Secure zur Verfügung. Weitere sollen folgen. Reseller werden die Produkte direkt vom Also-Webship I-VIS herunterladen oder die Technologie in ihrem eigenen Webshop implementieren können.
Wojnowski machte deutlich, dass Also auch in Zukunft vermehrt solche Dienstleistungen anbieten werde, um die Abhängigkeit vom klassischen - und niedrigmargigen - Grosshandel zu reduzieren. "Wir glauben, dass es zwischen Kunden und Anbieter einen Dienstleister braucht, der als Berater zur Verfügung steht, der dem Kunden sagt, was er braucht." Für Wojnowski ist die Komplexitätsreduktion eine wesentliche Aufgabe eines Distributors. (Maurizio Minetti)
Bild: Ausschnitt aus der Mitarbeiterzeitschrift "Alsofon" aus dem Jahr 1993. Auf dem oberen Bild rechts der ehemalige Geschäftsführer Marc Schnyder. Unten rechts der aktuelle Managing Director Harald Wojnowski.

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