Also wagt den Informatik-Klimmzug

7. Juni 2007, 10:51
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Also integriert den Artikelbestand von ACS in sein System und offeriert Resellern einen Online-Webshop.

Also integriert den Artikelbestand von ACS in sein System und offeriert Resellern einen Online-Webshop.
"Eigentlich sind wir eine Informatik-Firma mit angehängter Logistik-Abteilung," kommentiert Also-Chef Marc Schnyder schmunzelnd die anstehende Integration des gesamten ACS-Geschäfts in die elektronischen Systeme des grössten Schweizer Distributors.
Die Sache tönt trivial, ist es aber nicht. Also migriert per 1. Juli die Datenbestände des im Oktober 2003 übernommenen Supply-Spezialisten ACS in die eigenen Systeme. Tricky ist die Sache, weil das Geschäft mit Computer-Verbrauchsmaterial ganz anders ist, als jenes mit PCs und Druckern. Die Waren sind kleiner, es braucht Kompatibilitätslisten (welche Tinte braucht mein alter Drucker?), die Portofrage muss neu geregelt werden und etwa 1000 Reseller, die bisher zwar ACS- aber nicht Also-Kunden waren, müssen mit neuen Nummern, AGBs und dem Bestellsystem vertraut gemacht werden. Immerhin eineinhalb Entwickler-Mannjahre hat man bei Also für die Migration der ACS-Daten in das ERP von Also investiert.
"Transaktionspauschale" sorgt für Aufregung
Nicht alle Reseller haben Freude an den Neuerungen, obwohl Ihnen nun mit dem Also-Bestellsystem IVIS die wohl raffinierteste Beschaffungsplattform in der Schweiz zur Verfügung steht. Grund: Also verlangt für Bestellungen unter 150 Franken eine "Transaktionspauschale" von 10 Franken. Wer sich gewohnt war, hier ein Patrönchen und dort ein Farbbändchen separat zu bestellen, muss umdenken. "Falls Also für das Verbrauchsmaterial an den jetzigen Konditionen festhält," werde er woanders bestellen, schrieb erzürnt ein Software-Spezialist an Schnyder. Doch bei den winzigen Disti-Margen auf Verbrauchsmaterial lohnt sich die Abwicklung von einzelnen Kleinstbestellungen auch mit dem 10-fränkigen Zuschlag nicht. "Das alte Geschäftsmodell von ACS funktioniert in der Zukunft nicht mehr," kommentiert Schnyder.
Immerhin: Also hat für die Supply-Kunden eine neue, tiefste Versandkosten-Pauschale eingeführt. Wer die Lieferung innert 48 Stunden will, bezahlt bei Paketen unter 5 Kilo nur noch sechs Franken.
Webshop für Reseller mit VIS-Qualität
"In den letzten Zügen", so Schnyder, liegt die Entwicklung des Resellershops. Der Online-Shop, den Also-Kunden in ihren eigenen Auftritt einbinden können, wird die kompletten Daten der Lagerartikel von Also enthalten - inklusive der Kompatibilitätsliste für Verbrauchsmaterial und der "Optionen" für andere Geräte. Reseller können ihre Marge und Transportkosten selbst definieren und auch steuern, welchen Kunden sie welche Produkte zeigen wollen. Highend-Produkte, beispielsweise Unix-Server, werden nur in den Webshops von zertifizierten Resellern abgebildet. Auch das ein IT-mässig nicht unbedingt einfaches Feature. Ebenfalls raffiniert: Im Shop wird sogar das Seriennummerntracking von Also abgebildet. Der Shop ist für die etwa 300 Inhaber eines "Datenabos" bei Also gratis. Die Anbindung an die eigenen Systeme erfolgt über die XML-Schnittstelle ("Also Connect") oder wie gehabt über die VIS-Daten.
Also wird Player im Online-Werbebusiness
Ausserdem steigt Also mit ziemlich viel Energie in das Geschäft mit Online-Werbung ein. Hersteller können innerhalb des Online Bestellsystems von Also Bannerwerbung buchen - und zwar kontextsensitiv (Druckerwerbung bei Anfragen für Drucker). Das Geschäft laufe sehr gut, sagt Schnyder. Damit wird Also - ein (sehr) guter Werbekunde von inside-channels.ch - auch zu einem direkten Konkurrenten unseres Verlags. Doch wir haben ein Argument: Entscheider bestellen keine Toner, sondern lesen inside-channels.ch... (Christoph Hugenschmidt)

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