Also wechselt mehr als nur den Namen

21. Februar 2005, 17:16
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Ein Blick hinter die Zahlen des Schweizer Disti-Primus

Ein Blick hinter die Zahlen des Schweizer Disti-Primus
Die operativen Tochtergesellschaften des Also-Konzerns tragen ab heute einen neuen Namen. Statt "Also ABC Trading" heisst es nur noch "Also Schweiz" und "Also Deutschland". Dazu kommt ein neuer Slogan: "more than distribution". Dies wurde heute morgen zusammen mit den Zahlen 2004 bekannt gegeben.
Die neue "Tagline" soll zum Ausdruck bringen, dass der Also-Konzern sich seit dem (teuren) "Verkauf" der verlustreichen Also Comsyt auf Distribution und Logistik-Dienstleistungen konzentriert.
Stiller Strategiewandel
Doch dahinter steckt mehr, denn auch im Distributionsgeschäft verändert sich Also, ohne dass das permanente Schleifen an der Strategie an die grosse Glocke gehängt würde. So haben sich die Emmener mit Sony und LG zwei grosse Hersteller von Unterhaltungselektronik angelacht. Und mit dem Kauf der ACS Trading im Oktober 2003 und dem Kauf der HP-Storage-Distribution von Datastore im April 2004 hat der grösste Schweizer Disti erstmals seit Jahren in der Schweiz Umsatz und neue Kunden "dazu gekauft". Mehr noch: mit den im Herbst eingeführten neuen E-Business-Tools zielt man vermehrt auch auf kleine Reseller als Kunden.
Dieser (sanfte) Strategiewechsel (mehr Hersteller-Vertretungen, Ansprechen neuer Kundenkreise) zeigt sich auch in den Zahlen des vergangenen Jahres. Während der Umsatz mit dem "angestammten" Geschäft (HP, FSC, IBM, Acer) im vergangenen Jahr in der Schweiz "nur" um drei Prozent wuchs, verdoppelte sich das Geschäft in den definierten "Wachstumsfeldern" fast (+97%). Mit den "Wachstumsfeldern" sind die Logistik-Dienstleistungen, Computerverbrauchsmaterial, das VAD-Business mit Storage und die Vertretungen von neuen (UE-)Herstellern gemeint.
Also lässt sich das "New Business" etwas kosten. So bezahlte man an den ehemaligen Besitzer der ACS Trading, Claudio Cisullo, 5'493'000 Franken Goodwill, wie dem Geschäftsbericht von Also zu entnehmen ist.
Auch in Deutschland
Auch in Deutschland hat Also die Marschrichtung korrigiert. Dort wurde der Umsatz mit Retailern um 16% reduziert. Dafür rekrutierte man offensichtlich sehr aktiv eine grosse Zahl von neuen Kunden und nahm 10 weitere Hersteller ins Sortiment auf. Also-Chef Thomas Weissmann sagte an der Bilanz-Pressekonferenz: "Wir haben selektiv von Geschäften mit dem Retail Abstand genommen, die wir nicht für profitabel hielten."
Der Umsatz mit HP-Fachhändlern stieg in Deutschland um satte 31% und derjenige mit Nicht-HP-Produkten und dem Fachhandel gar um 59%.
"Wer Preiskrieg will, kann ihn haben"
Thomas Weissmann kritisierte am gleichen Anlass einmal mehr die Politik der multinationalen Distributoren: "Verschiedene Distributoren verkaufen zu nicht kostendeckenden Preisen und man muss für die Umsatz-Boni immer höhere Ziele erreichen. Das kann auf Dauer nicht so weiter gehen." Weissmann fügte einen Satz hinzu: "Wer Preiskrieg will, der kann ihn haben." Das scheinen uns doch neue Töne aus der Also-Konzernzentrale zu sein. (Christoph Hugenschmidt)

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