Also will ein 10-Milliarden-Konzern werden

15. Februar 2010, 14:26
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Trotz 15-Millionen-Abschreiber ist Also zurück in den schwarzen Zahlen. Umsatzrückgang in der Schweiz und in Nordeuropa, Vorwärtsdrang in Deutschland.

Trotz 15-Millionen-Abschreiber ist Also zurück in den schwarzen Zahlen. Umsatzrückgang in der Schweiz und in Nordeuropa, Vorwärtsdrang in Deutschland.
Heute Morgen präsentierte Also-Konzernchef Thomas Weissmann die Geschäftszahlen des abgelaufenen Jahres. Wie angekündigt wird der Markenname 'GNT' des 2006 übernommenen finnisch-baltischen Distributors im Laufe des Jahres veschwinden. Also lässt sich diese Übung einen Abschreiber in der Höhe von 14,6 Millionen Franken kosten. Trotzdem: Obwohl der Umsatz konzernweit um neun Prozent auf 4,4 Milliarden Franken schrumpfte, gelang dem Distributor aufgrund von heftigen Sparanstrenungen (Stellenabbau, Schliessung der Niederlassungen in Polen und Schweden, Verkleinerung der Lagerbestände und Verkauf der Debitoren) die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 15 Millionen Franken und Also wird nach einem Unterbruch letztes Jahr wieder eine Dividende ausschütten.
"Verdampfte Märkte" im Baltikum - massive Marktanteilsgewinne in Deutschland - Umsatzrückgang in der Schweiz
Der Also-Konzern ist nicht nur der grösste IT-Distributor in der Schweiz, sondern zählt mit 4,4 Milliarden Franken Umsatz auch zu den Top-4-Distributoren in Europa.
In der Schweiz setzte Also letztes Jahr 962 Millionen Franken um. Dies sind 13 Prozent weniger als 2008, womit Also sich etwa im Takt des Hardware-Marktes bewegte. Allerdings gelang es dem Emmer Distributor die Marge, sowohl in der Schweiz wie auch in Deutschland zu verbessern. In der Schweiz reduzierte sich die Anzahl Stellen unterproportional von ungefähr 380 auf 360 Stellen, wie wir am Rande der heutigen Medienkonferenz erfuhren. Offenbar gelang es Also, einen Teil des schlechten Geschäftsgangs mit mehr Dienstleistungsaufträgen zu kompensieren.
In Deutschland ist Also weiterhin ein Phänomen. Der Umsatz konnte - Krise hin, Krise her - markant um 10 Prozent gesteigert werden. Dies gelang offenbar ohne Preiskampf, denn die Marge im DACH-Raum wurde "deutlich" verbessert. Also gewinnt in Deutschland offensichtlich weiterhin rasant Marktanteile.
Regelrecht "verdampft" ist das Geschäft für Also hingegen im Baltikum, wo der Umsatz um 50 % (!) einbrach. Dies führte unter anderem dazu, dass sich Alsos Kreditversicherer von einem Tag auf den anderen aus Lettland zurückzog, was Weissmann mit einem Bonmot kommentierte: "Wenn die Sonne scheint, teilen sie Regenschirme aus und wenn die ersten Wolken kommen, ziehen sie sie wieder ein."
Insgesamt verdiente Also aber auch in den GNT-Stammlanden (Finnland, Norwegen, Baltikum) Geld. Bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Franken resultierte ein Vorsteuergewinn von knapp 10 Millionen Franken.
Konzernweit erreicht Also eine Bruttogewinnmarge von 5,1 Prozent und im DACH-Raum eine solche auf EBIT-Stufe von 1,8 Prozent. Erinnern wir uns richtig, so liegt dies am unteren Rand des von Weissmann immer wieder genannten Margenziels.
Festhalten an panreuopäischen Zielen
Anlässlich der Übernahme von GNT vor dreieinhalb Jahren hiess es noch, die "ideale Grösse" eines europäischen Distributors liege etwa bei acht bis 10 Milliarden Franken Umsatz. Er halte grundsätzlich an diesem Ziel fest, so Weissmann. Das Ziel sei allerdings nicht prioritär, da erst der Turnaround im Baltikum und in Norwegen geschafft werden soll.
Spekulationen darüber, wo eine allfällige Expansion von Also stattfinden wird, sind müssig: Man werde opportunistisch vorgehen, also allenfalls eine allfällige Gelegenheit beim Schopfe packen, sagte Weissmann. (Christoph Hugenschmidt)

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