Amazon lüftet das Cloud-Geheimnis

30. Januar 2015, 08:39
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Ab diesem Jahr wird es genauere Zahlen zu Amazon Web Services geben. Folgt danach der Spinoff?

Ab diesem Jahr wird es genauere Zahlen zu Amazon Web Services geben. Folgt danach der Spinoff?
Jahrelang hat Amazon die genauen Zahlen seines immer grösseren Cloud-Geschäfts im Segment "North America Net Sales (Other)" versteckt - nun soll künftig mehr Transparenz herrschen. Bei der Bekanntgabe der Zahlen des vierten Quartals sagte Amazon, man werde Amazon Web Services (AWS) ab dem ersten Quartal separat ausweisen. Das hat natürlich prompt für Spekulationen gesorgt, Amazon wolle den Bereich vom restlichen Geschäft abtrennen. Die Idee ist nicht neu und wird immer wieder ins Spiel gebracht.
Was das soeben abgeschlossene vierte Quartal betrifft, lässt uns Amazon aber noch im Dunkeln. In der oben erwähnten Misch-Kategorie wuchsen die Umsätze im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar. Analysten glauben, dass Amazon letztes Jahr mit Infrastructure-as-a-Service 4,8 Milliarden Dollar umgesetzt hat. Das wäre ein Plus um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zum Vergleich: Google und Microsoft haben in ihrem IaaS-Business 177 respektive 188 Millionen Dollar umgesetzt. Wie üblich weiss man nichts Offizielles über die Profitabilität des Cloud-Geschäfts von Amazon.
Begeisterung trotz Gewinn-Rückgang
Was das restliche Geschäft betrifft, hat der E-Commerce-Riese im vergangenen Weihnachtsgeschäft zwar weniger verdient, die Börsianer mit den schwarzen Zahlen aber trotzdem begeistert. Der Gewinn sank im Jahresvergleich um gut zehn Prozent auf 214 Millionen Dollar. Die Aktie sprang am Donnerstag nachbörslich um rund zwölf Prozent in die Höhe. Die Anleger störte auch nicht, dass der Umsatz mit einem Plus von 15 Prozent auf 29,33 Milliarden Dollar die Marktprognosen verfehlte.
Im Quartal davor hatte unter anderem eine Abschreibung auf das gefloppte erste Amazon-Smartphone Fire Phone die Bilanz verhagelt. Das Ergebnis war ein Verlust von 437 Millionen Dollar, der die Investoren schockierte.
Amazon investiert traditionell massiv in den Ausbau des Geschäfts und fährt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein. So wurden allein im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Dollar in den hauseigenen Video-Streamingdienst gesteckt, wie Amazons Chef und Gründer Jeff Bezos erklärte. Im gesamten Jahr gab es nach dem miesen dritten Quartal trotz der schwarzen Zahlen zum Jahresausklang einen Verlust von 241 Millionen Dollar. Das Jahr 2013 hatte Amazon noch mit einem Gewinn von 274 Millionen abgeschlossen. (mim)

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