Amazon: Polizei kriegt weiterhin keine Facial Recognition

19. Mai 2021, 14:48
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Der Konzern verlängert das Moratorium für den polizeilichen Einsatz der umstrittenen Technologie.

Amazon verlängert die Zeitspanne, während derer die US-Polizei die hauseigene Facial-Recognition-Technologie nicht erhält, auf unbegrenzte Zeit.
Eine Begründung für die Verlängerung lieferte der Konzern nicht. Im Juni 2020 hatte Amazon angekündigt, die polizeiliche Nutzung seiner Technologie zu stoppen – ein Schritt, der zu einer Zeit grosser Proteste in den USA nach der Ermordung des Schwarzen George Floyd durch einen weissen Polizisten kam.
Microsoft und IBM pausierten ebenfalls um die gleiche Zeit im letzten Jahr den Verkauf ihrer Software an die Polizei. Derweil setzen die meisten US-Polizeidienststellen auf weniger bekannte Firmen für Gesichtsscanning-Technologie, schreibt die Agentur 'AP'.
Mindestens 7 US-Staaten haben bereits Beschränkungen für die Nutzung der Technologie durch die Regierung erlassen, und mehrere andere Staaten und Städte diskutieren ähnliche Vorschläge. Darunter ist laut 'AP' auch das King County, zu dem Seattle gehört, wo Amazon seinen Sitz hat.

Soll Facial Recognition reguliert werden und wie?

Bürgerrechtler und Politiker warnen seit langem davor, dass unpräzise Systeme bei Strafverfolgungsbehörden zu ungerechtfertigten Verhaftungen, zum Verlust der Privatsphäre und zur Minderung der Meinungsfreiheit führen können. Einige haben sich beispielsweise zur internationalen Kampagne "Reclaim your Face" zusammengeschlossen, um sich für ein Verbot der biometrischen Massenüberwachung einzusetzen.
Die EU-Kommission hat im April 2021 Vorschläge für die Regulierung der künstlichen Intelligenz, insbesondere Facial Recognition präsentiert. Danach soll die "biometrische Identifikation" aus der Ferne im öffentlichen Raum in Echtzeit verboten werden. Aber die Nutzung der Gesichtserkennung für die Strafverfolgung bleibt unter gewissen Umständen erlaubt. Die Vorschläge müssen aber noch mehrere Hürden überwinden, bevor sie in Kraft treten könnten.
In der Schweiz hat der Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli das Thema kürzlich in Form einer Interpellation in die politische Debatte gebracht. Erste Polizeikorps setzen in der Schweiz Facial Recognition ein – insbesondere im Aargau, in Schaffhausen und St. Gallen, melden Medien.

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