Amazon tut's Brack gleich und schafft den "Dash Button" ab

1. März 2019, 13:13
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2015 führte Amazon den "Dash Button" für das schnelle Nachordern von Alltagsartikeln in den USA ein und bracht ihn ein Jahr später nach Europa.

2015 führte Amazon den "Dash Button" für das schnelle Nachordern von Alltagsartikeln in den USA ein und bracht ihn ein Jahr später nach Europa. 2016 lancierte auch der hiesige Online-Händler Brack seinen Bestellknopf "Bob", kündigte aber bereits zwei Jahre später an, ihn wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Nun zieht für einmal Amazon nach: Der Gigant hat über Nacht seine Bestellknöpfe aus dem Sortiment genommen.
Die virtuelle Version auf Handy oder PC bleibt, und inzwischen können auch Hausgeräte automatisch nachbestellen, was sie brauchen. Statt der Hardware-Knöpfe will sich der Online-Händler künftig auf verwandte digitale Dienste konzentrieren. Dazu gehören virtuelle "Dash"-Buttons, die man sich auf der Amazon-Website oder in der App einrichten kann. In den USA können Hersteller von Hausgeräten solche digitalen Knöpfe inzwischen auch in die Displays ihrer Technik integrieren. "Wenn man jetzt einen Dash-Button zuhause hat, bleibt er natürlich funktionsfähig", betonte Amazon-Manager Tim Freystedt.
Amazon hatte im Januar in zweiter Instanz einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um die Knöpfe verloren. Das weltweite Aus für den "Dash"-Button sei aber keine Folge der Niederlage in München, betonte man von Seiten des Konzerns. Grund sei, dass Kunden die anderen Angebote zum Nachordern zunehmend nutzten.
Der Tech-Giganz betreibt etwa auch den "Dash Replenishment Service", über den vernetzte Hausgeräte automatisch nötige Verbrauchsmittel nachbestellen. Ausserdem können Kunden per Sprachbefehl an die Alexa-Assistentin zum Beispiel in Amazons Echo-Lautsprecher Artikel nachordern.
Ein zweites Leben für Bracks Bob?
Brack hatte damit argumentiert, dass zwar die Umsätze gestiegen seien, aber nicht in dem Umfang, dass sich der Unterhalt und die Weiterentwicklung der Bob-Infrastruktur lohnen würde. "Wer die Innovation im E-Commerce vorantreiben will, muss Dinge ausprobieren, Mut zum Experimentieren haben. Und auch den Mut, Experimente zu beenden", sagte Brack.ch-CEO Marc Isler zur auf Ende Juli geplanten Einstellung von Bob.
Einer der Mitentwickler von Bob hat mittlerweile einen Blogbeitrag verfasst, wie man seinem Bob neues Leben als Smart-Home-Device einhauchen kann. (ts/sda)

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