Amazon wird E-Mail-Provider

29. Januar 2015, 11:38
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Mit "WorkMail" geht Amazon auf Angriffskurs gegen Microsoft, IBM und Google.

Mit "WorkMail" geht Amazon auf Angriffskurs gegen Microsoft, IBM und Google.
Im Geschäft mit Unternehmens-E-Mail ging es in den letzten Jahren eher ruhig zu und her. Gegenwärtig aber scheint wieder einiges los zu sein. Google verfügbar.
Unternehmen können WorkMail 30 Tage lang mit bis zu 25 Usern kostenlos testen. Danach soll der Mailservice 4 Dollar pro Person und Monat kosten. Inbegriffen sind 50 Gigabyte Speicherplatz pro Mailbox. Einzelne Mails können bis zu 30 Megabyte gross sein. Der gehostete Mailservice kann laut Barr mit den meisten gebräuchlichen Clients verwendet werden, darunter den PC- und Mac-Versionen von Outlook. Auch mobile Clients werden unterstützt, sofern sie das Exchange-ActiveSync-Protokoll beherrschen. Daneben gibt es natürlich auch einen Webclient. Kunden können existierende Domainnamen verwenden und für das Zügeln von bestehenden Mailkonten ist ein Migrationstool vorhanden. Neben dem Mailservice können auch weitere klassische Funktionen wie persönliche und öffentliche Kalender, Kontakte, Aufgabenlisten usw. genützt werden. WorkMail ist zudem kompatibel mit Microsoft Active Directory.
Security als Argument
Den Umgang mit Mails scheint Amazon im Gegensatz zu IBM und Google zumindest mit der aktuellen Version von WorkMail nicht revolutionieren zu wollen. Auf den ersten Blick scheint uns WorkMail in dieser Beziehung ziemlich deckungsgleich mit klassischen Mail-Services. Als Differenzierungsmerkmal zur Konkurrenz preist der Evangelist Jeff Barr vor allem Sicherheitsfeatures und weitere Kontrollmöglichkeiten an. So werden WorkMail-Administratoren beispielsweise wählen können, in welcher AWS-Region die Daten gespeichert werden. Gegenwärtig stehen zwar nur die Rechenzentren in Nord-Virginia und Irland zur Auswahl, später sollen aber weitere folgen.
Beim Transfer zwischen Clients und Servern werden die Maildaten laut Barr via S/MIME oder SSL verschlüsselt. Auch bei der Speicherung werden alle Daten verschlüsselt. Die Schlüssel können Kunden dabei über Amazons Key Management Service selbst verwalten. Zudem gibt es eine Funktion, um Maildaten auf Mobilgeräten bei Bedarf vom Administrator ferngesteuert löschen zu können. (hjm)

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